Montag, 20. Februar 2012

Ersatzpapa

Heute musste ich mich ausnahmsweise ganz allein um meine Neffen kümmern - und erstaunlicherweise sind sie sogar beide ohne Murren und Stress ins Bett gegangen - aber F. hat mich dann wohl doch ausgetrickst und das Handy mitgenommen, was er ja eigentlich nicht darf, deswegen ist er wohl so lieb still und heimlich verschwunden.
Aber anstrengend sind so Kinder schon, war ich auch so?

Sonntag, 19. Februar 2012

besser als Wulff ---

... würde ich mit meinen Finanzen und meinem politischen Ruf sicher umgehen - ich weiß einfach, dass es anrüchig ist für einen Politiker, der Entscheidungsbefugnis hat, wenn er sich Leistungen von Unternehmerseite gefallen lässt, die Tausende von Euros wert sind, wenn ein Politiker zu Vorwürfen schweigt und auf ein Anwaltsbüro verweist, wenn ein Politiker versucht, Zeitungen mundtot zu machen, usw. usf. ...
Aber nachdem es wohl doch zwischen den meisten großen Parteien eine Einigung für eine Kandidatur Gaucks gibt, werde ich auf eine Bewerbung verzichten.

Freitag, 17. Februar 2012

"Verkäufe", die immerhin dem Ego schmeicheln

Drei Bilder aus lang vergangener Revolutionszeit in Ägypten

hiding 01


hiding 01


hiding 01


und ein Bild aus den Tagen des Massakers von Port Said werden in verschiedenen Veröffentlichungen benutzt werden, die einen als Abschlussarbeit eines Auszubildenden, den nicht abzocken kann, hat er doch eh kein Geld, das andere in einer Ausgabe eines non-profit online magazins, das ich gut und wichtig finde und das kein Geld hat ...

hiding 01



Immerhin, dem Ego wird geschmeichetl, um den Bauch wird Honig geschmiert :-)

Auf nach Indien2.0

Vor drei Jahren hatte ich schon einmal die Aussicht, eine Stelle in Kalkutta anzutreten.
Damals klappte es nicht, weil es aufgrund von Problemem zwischen irgendwelchen Diplomaten (man munkelt von betrunkenen, wild im Garten einer Botschaft urinierenden Männern) keine Visa für die neu geschaffenen Stellen gab, von denen ich eine besetzen wollte.
Inzwischen bin ich wieder für genau so eine Stelle angeworben, bereit, in den Startlöchern ...
Zur Zeit in Deutschland habe ich diese Woche damit verbracht, Papierkram abzuarbeiten, alles ist bereit, Visaantrag gestellt, die Tropenuntersuchung kommt nächste Woche, es warten dann wohl noch ein paar kleine Nachimpfungen und am 1. Juli kann es dann losgehen - vorausgesetzt, es klappt alles, wie geplant.

Schade nur: es fängt tatsächlich am 1. Juli an, so dass der geplante Urlaub mit meinen Neffen im August nicht stattfinden kann.

Samstag, 11. Februar 2012

schon wieder in der Illegalität unterwegs

oder nein, ich habe ohne Probleme den AUsreisestempel bekommen und werde wohl ohne Schwierigkeiten aus Ägypten ausreisen können, obwohl ich das Visum um 12 Tage überzogen habe.
Lustig ist das, einerseits wird gegen Ausländer gehetzt wie blöd, gerade von der Militärregierung, die die bösen Ausländer für jedes Problem verantworklich macht, selbst für die kaputte Wirtschaft, die einzig und allein noch von ein paar ausländischen Firmen am Laufen gehalten wird, während alle Fachleute sagen, dass gerade die kaputte Politik der wirtschaftlich völlig ahnungslosen Generale alles, was an Investitionen möglich wäre, künstlich erschwert oder gar unmäglich macht, werden Ausländer gehetzt als Agitateure und Umtriebler, die mit ihren politischen Stiftungen wie Adennauer oder Ähnlichem die Opposition illegal finanzieren und andererseits interessiert es niemajnden, wie lange das Visum gilt, das Blondie im Stempel hat ...

OK, ich beschwere mich nicht.

Iinzwischen bin ich auf dem Flugplatz, habe eingecheckt, muss nur noch einsteigen und der Flieger muss losdüsen, dann bin ich erst mal weg, und das gerade jetzt, wo es endlich wieder wärmer wird, heute auch wieder die Sonne scheint und es auch in unserer Wohnung wieder angenehm warm wird ...
Die Fahrt hierher war ruhig, entgegen aller panikmache waren zwar ein paar Kampfpanzer mehr an der Straße stationiert, ein fieser Anblick, wenn man so auf die Kanone zufährt, die auf die normalen Leute auf der Straße gerichtet ist, aber inzwiswchen sind wir das ja im Ägypten der NachMubarkaZeit gewöhnt.

hiding 01
(das Bild stammt aus meinem Archiv und ist nicht aktuell, heute Morgen habe ich aufgrund der Unsicherheit ob der Sicherheitslage nicht photographiert)


Kontrolliert wurden die anderen Autos beim Verlassen Port Saids schon, ich hatte Blondivorrecht, wir wurden einfach durchgewunken, ansonsten alles ganz normal, niemand machte Jagd auf das Auto aus Port Said, was angebelich noch vor ein paar Tagen irgendwo hier in Kairo passiert war, wo aus einem Auto zwei Leute tot mit aufgeschlitzter Kehle endeten, zwei andere schwer Verletzt wurden - eine Geschichte, die S. in der Fabrik hörte und die wir dann unabhängig davon auch von unserem Arabischlehrer erzählt bekamen, der auch aufgrund solcher Berichte nicht nach Kairo fuhr, obwohl er dringend seine Masterprfunen organisieren müsste ...
Solche Geschichten verunsichern sehr, vor allem wenn man gleichzeitig eben wieder die Panzer sieht, die in Port Said aufgefahren sind um das zentrale Polizeirevier und die Kanalbehörde zu sichern, wenn man von den 12 Toten hört, die die Proteste nach dem Port-Said-Massaker begleiteten usw.
Wirklich schlimm ist es, dass es keine gesicherten Informationen gibt. Das staatliche Fernsehen ist bekannt für seine Lügen (die haben wir selbst erlebt, als wir vom Tahrirsquare kamen, eine Millionenmenge hinter uns ließen und ein paar hundert Meter entfernt im staatlichen Fernsehen einen absolut leeren Platz sehen konnten, angeblich als Live-Schaltung, mit der belegt wurde, dass die Proteste nur von ein paar fehlgeleiteten Randalierern betrieben würden ..., die Zeitungen im Land unterliegen der Zensur, internationale Medien haben die selben Probleme, an gesicherte Informationen zu kommen und verzichten auf Details wie die "Rache" der Leute in Kairo, die als wichtiges Politikum nicht wahrgenommen wird und bei der Ausländer erstmal nicht Opfer wurden.
Der Mangel an zuverlässigen Medien schafft eine Abhängigkeit vom Hörensagen - man kann versuchen, dieses Hörensagen durch Nachfragen und durch Vergleiche verschiedener Quellen zu untermauern, aber es bleibt beim Hörensagen und bei dem heftigen Gefühl, wirklich nicht ausreichend Bescheid zu wissen.
Und wenn man dann erstmal solche Geschichten hröt, dass die Leute in kairo Bussen aus Port Said auflauern, Papiere kontrollieren um dann die Leute aus Port Said zusammen zu schlagen, wenn es denn so glimpflich abgeht, wenn man hört, dass Autos auf der Straße aufgrund ihres Port-Said-Nummernschildes gestoppt un ddie Insassen reihenweise abgestochen werden, wenn man hört, dass sogar Trucks gestoppt werden, auf denen sich gleich Dutzende von Menschen befinden, die wiederum Opfer von Ausschreitungen werden, dann beruhigt es kaum, dass man in internationalen Medien keine Berichte darüber findet. Das Fehlen solcher Berichte wird nicht als Beleg dafür gesehen, dass solche Ausschreitungen nicht statt finden sondern nur als Mangel in der Berichterstattung gesehen.

Kurz und gut: ich habe absolut keine Idee, was an den Geschichten stimmt und was erfunden und erlogen ist. Unser Ägyptischlehrer ist Dienstag und Mittwochs in Port Said geblieben, hat seine Unitermine abgesagt, weil er sich nicht nach Kairo getraut hat, er fand, das sei für ihn als Ägypter zu gefährlich. Aber dass Ägypter die Gefahren hier im Land gerne übertreiben, wisssen wir inzwischen auch, die Leute sind regelmäßig entsetzt ob der Gefahren, in die wir un sbegeben (und bei denen uns noch nie etwas geschehen ist).
Zurück geblieben ist ein Gefühl der Bedrohung (und ich glaube, das ist durchaus beabsichtigt von der aktuellen Führung des Landes, Generale haben kein Problem damit, Bedrohungen als größer darzustellen als sie wirklich sind).
Ich werde die Mölgichkeiten, sich zu informieren, in Deutshland genießen, dessen bin ich mir sicher.

Donnerstag, 9. Februar 2012

versalzen

Wir waren zum Köfteessen bei S.'s Chef. Und die Köfte waren grausam versalzen. Nur sagte niemand auch nur ein Wort.
Ich koche ja auch mal hin und wieder für die Bande, wenn mein Kram so heftigst versalzen wäre, ich würde es selbst sagen und so niemanden dazu zwingen, seine Portion höflich aufzuessen.
Aber ich habe gestern abend auch höflich geschwiegen und die Köfte mit Joghurt zusammen als "Iskenderköfte" gegessen, grausam salzig zwar aber mit Joghurt ging es ja runter und ich war nicht so unhöflich, das Essen des Gastgebers runterzumachen - ok, wären es eine andere, weniger formale Essgruppe gewesen, es wäre leichter gefallen, über das Versalzene zu reden und die Dinger einfach nicht aufzuessen.
Ich bin manchmal schon ein schlechter Mensch und sage nicht immer, was ich denke - aber S. hätte mich erschlagen, hätte ich etwas gesagt ...

In der Nacht dann stundenlang Krankenwagen, die durch die Stadt heulten, ich habe keine Ahnung, warum - von der Terrasse aus war nichts zu sehen, auch wenn es nach verbranntem Aas roch (manchmal wird hier Müll einfach in Hinterhöfen verbrannt und manchmal sind tote Tiere mitten in diesen Müllhaufen).
Ich muss gleich mal rausgehen und an der Kanalverwaltung schauen, nach den Ausschreitungen im Stadion, den Racheschlägereien und -Morden (man spricht davon, dass in Kairo sieben Leute umgebracht worden wären, nachdem jemand sie als Port-Said-Einwohner erkannte) gibt es wohl auch (ernstgemeinte) Bestrebungen, Port Said als Freistadt unabhängig von Ägypten zu machen, manche Leute träumen davon, die Kanalregion könnte sich von Ägypten lossagen und sich mit dem Wohlstand aus dem Kanal selbständig machen, es wurde wohl auch gedroht, den Kanal als politisches Druckmittel zu nutzen und zu sperren. Angeblich ist Militär zum Schutz des Kanals eingezogen.
Ich muss mir das mal alles genauer anschauen.

Wie ich allerdings Samstag Morgen nach Kairo zum Flugplatz kommen soll um dann nach Deutschland zu fliegen, weiß ich noch nicht, Busse gibt es im Augenblick angeblich nicht, auch Taxis oder private Chauffeure fahren ungern.
S. versucht heute, einen in der Fabrik zu finden, der mich fährt. Na, schauen wir mal.

Samstag, 4. Februar 2012

Demonstrationen und inzwischen wohl auch Ausschreitungen in Port Said

Inzwischen ist deutlich geworden, dass das Massaker in Port Said wohl doch beabsichtigt war, Türen, die den Opfern als Ausgänge hätten dienen können und die normalerweise offen sind, waren vorher zugescheißt worden,

hiding 01

es gab zwischen den Fans aus Port Said "Schlägergruppen", die sich nicht für das Spiel interessierten, aber später bei den Ausschreitungen als besonders agressiv und aktiv hervortraten, Augenzeugen sind der Meinung, dass diese Leute nicht einmal aus Port Said kamen. Vor Beginn des Spiels wurde niemand nach Waffen oder gefährlichen Gegenständen durchsucht, was sonst normal ist, ein allgemeiner Sicherheitscheck, sonst Routine, fand nicht statt, bei dem auch die Türen überprüft werden. Diese Türen, die 20 000 Al Masry-Fans von den und den 500 aus Kairo angereisten Al-Ahly-Fans trennen sollten, waren offen und Sicherheitskräfte weigerten sich, diese zu schließen, nachdem sie dazu aufgefordert worden waren. Diese sahen den Attacken nach dem Spiel tatenlos zu, es wird sogar berichtet, dass sie die Angreifer ermunterten, noch brutaler vorzugehen, ...

Es sieht so aus, als wären die Al-Ahly-Fans gezielt in eine Falle gelockt worden. Inzwischen gibt es Berichte, dass viele Schläger extra für diese Angriffe bezahlt wurden, unter anderem vom Betreiber eines Cafes, das zur Zeit gerade randaliert wird, ...

Ansonsten gab es die vergangenen Tage über friedliche Demonstrationen um den Gouverneurspalast herum (Bilder kommen noch) und im Stadium, das für Trauernde und Gedenkende geöffnet war. Polizei war in der ganzen Stadt nicht zu sehen bis auf vereinzelte Verkehrspolizisten, die Panzer, die sonst vor dme Gouverneurspalast standen und gestern in Seitenstraßen versteckt worden waren, sind ganz verschwunden. Ist diese Flucht der Sicherheitskräfte als Schuldeingeständnis zu werten? ...

hiding 01


Was heute und in den folgenden Tagen noch geschehen wird, ist nicht abzusehen, aber ich halte die Augen offen, gehe kein überflüssiges RIsiko ein und passe auf mich auf ;-)

Ich halte euch auf dem Laufenden ...

[Wg. techn. Störung erst heute gebloggt und ein wenig üerarbeitet.]

Donnerstag, 2. Februar 2012

Es scheint ruhig in Port Said

Es scheint ruhig zu sein in Port Said, ja.
Aber: ein Freund aus Alexandria, selbst Ägypter und begeisterter demokratischer Aktivist riet mir, zu Hause zu bleiben, heute, es sei gefährlich draußen.
S. rief extra an um zu berichten dass:
- es zu Schlägereien auch in ihrer Fabrik gekommen sei,
- es Menschenaufläufe und gewalttätige Auseinandersetzungen an den Zugängen zur freien Zone gegeben habe,
- die Fabrik sehr früh die Arbeit eingestellt habe, um den Arbeitern auch von außerhalb eine Möglichkeit zu geben, nach Hause zu kommen,
- Sicherheitskräfte Port Saids Zugangsstraßen gesperrt hätten, es also schwierig sei, in die Stadt zu kommen oder sie zu verlassen
- es Gerüchte gebe über Anhänger des Kairoer Al Ahly-Vereins, die auf dem Weg seien, sich in Port Said zu rächen,
- es angeblich zu Ausschreitungen in der Stadt gekommen sei
- ich doch bitte bitte bitte nicht hinaus gehen solle
...

Mir aber fällt die Decke auf den Kopf. Es ist so arschkalt in der Wohnung, dass ich einfach Bewegung brauche, seit Stunden höre ich nichts, kein Schreien, nur wenig Verkehr. Von der Terrasse aus sehe ich normales, wenn auch ruhiges Stadtleben, Einkäufer, ein Paar mit einem kleinen Kind ging spazieren, ...

Ich werde jetzt einfach mal ganz unauffällig meine Kamera einpacken und einen kleinen Spaziergang machen, keine Angst, nur hier im Zentrum, ich werde alle Menschenansammlungen vermeiden, ich werde mich unauffällig verhalten und ich werde jederzeit bereit sein, wegzurennen ...

Mittwoch, 1. Februar 2012

Nachtrag zu 73 Toten beim Fußballspiel in Port Said

Wenn ich darüber nachdenke, wie diese grausamen Ausschreitungen beim Fußballspiel hier in Port Said ausgeschlachtet werden werden, dann kann ich mir ein paar Reaktionen vorstellen:

Tantawi wird kopfschüttelnd im Fernsehen auftreten und väterlich verkünden, dass das ägyptische Volk ja offensichtlich nicht reif ist für ein Leben ohne die ordnende Macht des Militärs und wird wieder den Notstand ausrufen. Als Sofortmaßnahme werden dann gleich mal wieder alle die ins Gefängnis gebracht, die letzte Woche freigelassen wurden, denn die Gewalt gab es schließlich erst, nachdem diese Aktivisten für die Demokratie und Freiheit - also aus Sicht der Generale gefährliche Subjekte, die sie gerne als Schläger titulieren - freigelassen wurden.

Irgend ein anderer General wird im Brustton der Überzeugen verkünden, dass ausländische Elemente Schuld waren, vielleicht wird wieder einmal zur Jagd auf Ausländer aufgerufen, ich werden Augen und Ohren offen halten.

Viele Menschen, die weniger informiert sind, werden sagen: "Das wäre ohne die Revolution nicht passiert, unter Mubarak waren wir sicher"

Die Islambrüder werden dem Militär Beifall klatschen, das weiter Jagd auf alle politischen Aktivisten macht, die für Freiheit und Demokratie eintreten, mit dem Vorwand, die wahren Schuldigen an den Morden im Stadium in solchen zu verfolgen, die ja gesetzlos seien, Schläger usw. usw.

Die Bildzeitung wird als erste Interviews mit den Blutpfützen im Stadium führen und wird über die Kulturlosigkeiten im wilden Afrika schwadronieren.

Nur wenige, etwas informiertere Leute werden sachte versuchen darauf hinzuweisen, dass in Ägypten zur Zeit ein Sicherheitsvakuum existiert: Die Polizei ist kaum noch präsent und wird nicht ernst genommen, nachdem das System Mubarak die Polizei zu Schlägern desfunktionierte, die nur die Aufgabe hatten, auf alles einzuprügeln, das wagte, anders auszusehen, anders zu sprechen, eine eigene Meinung zu haben usw.. Die Polizei war berühmt für die Bestechlichkeit und für die Brutalität gegen politische Gegner, nicht aber für eine hohe Aufklärungsquote von Verbrechen oder für eine erfogreiche Regelung von irgend etwas. In der Revolution war die Polizei die erste Mubarak-Bastion, die fiel, geopfert wurde. Polizisten wurden, in Privatkleidung gesteckt, als Schläger gegen die Revolution in den Kampf geschickt, Polizisten öffneten die Gefängnisse und hetzten die Gefangenen in die Städte um die Unsicherheit zu schüren usw.
Seit der Revolution hat der herrschende Militärrat nichts getan, die Verbrechen aufzuklären (schuldig wären unter anderem auch wieder die regierenden Generale als wichtige Teile des alten Systems gewesen oder ihre guten Freunde), der Militärrat schürt das Gefühl der Unsicherheit noch zusätzlich, da das Militär als Folge dieses Unsicherheitsgefühls eher als Ordnungsmacht akzeptiert wird.
Ganz und gar nicht in die Pläne der regierenden Militärs passt der Aufbau eines auf Gesetzen basierenden Polizeisystems, das von den Menschen akzeptiert würde und die Macht erhielte, wirklich Ordnungsaufgaben des Zivilstaats zu erfüllen - wenn die Polizei funktioniert, dann ist das Militär im Innern nicht mehr nötig, wenn der Rechtsapparat basierend auf einer Verfassung, auf Gesetzen, auf einer genügend machtvollen Polizei und eines unabhängigen und starkten Rechtssystems gäbe, müssten Tatuni und all die anderen Gesellen fürchten, selbst vor Gericht zu stehen, selbst im Gefängnis zu enden. Das will kein regierender General.


Direkt Schuld sind die Generale wahrscheinlich nicht, ich kann mir kaum vorstellen, dass es deren Idee war, Leute loszuschicken, die Randale im Stadium machen, das geht dann doch über die Denkleistung eines durchschnittlichen Generals hinaus. Aber dass die Gewalt in Ägypten eine direkte und notwendige Folge aus der Politik des Mubaraksystems und dem Handeln der jetzt in der Nachfolge des verbrecherischen Systems regierenden Generale ist, ist kaum zu bezweifeln.


Nur wird kaum jemand auf die Stimmen hören, die diese Wahrheit aussprechen.

Aktuelle Beiträge

Ein neuer Anfang
Es sieht so aus, als gäbe es Stückzeit noch - aber...
erik-n - 29. Aug, 12:13
Dem Elefanten waren die...
Dem Elefanten waren die Augen zugeklebt? Unfassbar,...
iGing - 16. Apr, 09:33
Bangalore - Delhi
Meine kleine Himalayareise hat begonnen. Ich sitze...
erik-n - 16. Apr, 04:06
Der Himalaya ruft
Heute war der letzte Arbeitstag. Morgen ist Packen...
erik-n - 13. Apr, 19:17
Der Himalaya ruft
Heute war der letzte Arbeitstag. Morgen ist Packen...
erik-n - 13. Apr, 19:17

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 6825 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Aug, 12:13

Web Counter-Modul


ägyptische Zeiten
Auf den Ohren
Auf nach Indien
Bilderchen
Fundstücke
für die menschheit nix großes
Hohe Zeiten
house art
indische Zeiten
photozeiten
Splitterzeiten
Tatort
Traumzeit
türkische Realität
Türkishe Realität
unterzeitwegs
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren