türkische Realität

Donnerstag, 10. September 2009

Zähne putzen

beim zappen bin ich kurz vor Iftar (Sonnenuntergang im Ramadan, danach darf wieder gegessen werden) auf einem der Religiösen Sender gelandet. Es lief gerade die Sendung, wo das Volk den großen Hodscha ich-weiß-nicht-wen befragen durfte per live-schaltung nach Fatih, einem tatsächlich für seine religiösen und reaktionären Bewohner berühmt ist.
Und siehe da, es durfte ein kleines Mädchen, 6, 7 Jahre alt, eine Frage stellen: Ganz schüchtern fragte sie, ob es tatsächlich verboten sei, sich die Zähne zu putzen.
Die Antwort: ja, das sei eine Sünde, sobald man dazu Zahncreme benutzte, ohne Zahncreme dürften wir das aber, wenn es denn unbedingt sein müsste, dann wäre es nicht ganz so schlimm.

Dieser Hodscha also verbietet im Namen irgend eines Gottes das Zähneputzen, das sei Sünde, sagt er.
Kann ein Gott so etwas tatsächlich von Menschen verlangen? Ich wage einfach mal zu behaupten, dass ein Gott, der das nötig hat, ein ganz armes Würstchen ist - und dementsprechend auch kein Gott. Nein, das ist religiöser Wahnsinn, so wie die Bayern, die vor wenigen Jahren S. exorzieren wollten, keine Christen sind sondern nur menschenverachtende Wahnsinnige.

Schade nur, dass dieser Wahnsinn hier Fernsehkanäle zur Verfügung hat (in denen übrigens dieselbe halbnackte Werbung für bestimmte Eissorten läuft wie auch in weltlichen Sendern auch - die Männer, die so auf verschleierte Frauen stehen, in deren Eigenproduktionen unverschleierte Frauen nur dann auftreten, wenn sie die Bösen darstellen, diese Männer lassen es sich teuer bezahlen, dass mit halbnackten Frauen geworben wird zwischen den Zeiten in denen sie religiösen Wahn als normal verkaufen, ...)

Donnerstag, 9. Juli 2009

warm

war der regen heute mittag, zwar ein heftiger regen von ca. 15 minuten drüben auf der europäischen seite, aber höllisch heiß ist es trotzdem auch jetzt, abends, noch

Freitag, 1. Mai 2009

1. Mai

ich kann meine Herkunft nicht verleugnen, ich musste denn auch am 1. Mai zum Taksim, dem zentralen Platz in Istanbul - den die Regierung mit lächerlichen Vorwänden den Gewerkschaften zum 1. Mai nicht öffnet, also versuchen die Menschen trotz Polizei dorhin zu kommen - ich auch, weil ich eben auch irgendwie "aus der Arbeiterklasse" komme, basta.

1 Mayıs 01

(und nu bin ich brav zu hause und werde da heute auch nimmer hin gehen, keine Angst).

Donnerstag, 12. März 2009

Kopftuch ...

heute mal wieder mit meiner Couchsurferin auf der Istiklal Caddesi unterwegs. wir sprachen gerade über vorurteile, z.B. das, dass alle Türkinnen mit kopftuch unterwegs seien, als sie meinte: hier hat ja niemand ein kopftuch an außer der frau da hinten - und dann stellten wir gemeinsam fest, dass genau diese frau die typische nonnentracht trug, wie sie eben christliche nonnen tragen (ok, fragt mich nicht nach dem orden, da gibt es leute, die sich besser auskennen, aber notfalls gehe ich mal recherchieren).
diesmal war ich es nicht allein, der genau dieses erlebnis hatte, inmitten der ach so bösen islamischen türkei die westliche frau als strahlendes vorbild ... ;-)

Montag, 9. März 2009

optiker

glücklich wanderte ich nach hause, hatte doch alles wunderbar geklappt. auf dem weg nahm ich mir vor, heute mal was richtig nettes in der rubrik "türkische realität zu schreiben".
Und was war das problem: dumm, richtig doof, strunz doof, unbeschreiblich hirnlos und dösig bin ich gestern abend schlaflos durch's haus gewandert und mal eben auf meine brille gelatscht. glückwunsch, völlig verbogen, klar, was nach zwei minuten erstmal behoben war, aber ein glas gespalten in x stücke (aber noch genug übrig, dass man die stärke und krümmung ausmessen konnte ;-).
also heute flugs zum optix, der hat auch gleich gemeint, das sei kein problem, hat's ausgemessen, das brillenpapierchen, das ich extra mitgebracht hatte, brauchte er gar nicht, seine maschine sagte das selbe, wie's auf dem papier stand, also ging ich davon aus, dass alles richtig sei. und ich musste nicht 3, nicht 2, nicht einen tag warten, nach nur einer stunde war die brille wieder ganz und ich depp, trottel, vollidiot, dummbeutel, ... dachte mir, ich müsse die kontaktlinsen nicht aus dem auge pulen sondern könnte dem optiker vertrauen, es würde ja sicher das richtige glas herinnen stecken in der brille, hatte er doch alles richtig ausgemessen und vermittelte den eindruck, sein handwerk zu verstehen.
zu Hause angekommen wollte ich denn, wie üblich vor'm computer, das gute stück anziehen, weil hier die kontaktlinsen doch nicht ganz das wahre sind und siehe da, falsche stärke, verschwommen sehe ich nur mit brille, ich sitze eben wieder mit linsen hier herum (und sehe kaum richtig, was ich mit dem letzten bild angestellt habe, ich hoffe, es kommt trotzdem so rüber wie gewollt.


und da ist es, das bild, hat aber nix mit der überschrift zu tun:
sitzender
und ja, es ist dunkel, das weiß ich, aber ich mag es so und ich denke mir das dann auch immer mit schwarzem hintergrund, einfach weil ich das so mag, basta!

Donnerstag, 5. März 2009

wo ist eigentlich der artikel von gestern abend?

ach so ja, nach dem schreiben kam die meldung, twoday sei wegen wartungsarbeiten offline - aber dann habe ich ihn doch noch gepostet, oder habe ich das vergessen oder nur geträumt?
na, egal, ging darum, dass es auch hier in türkischen landen die sendung "das perfekte dinner" gibt, noch viel schlimmer als in deutschland, mit krass und ganz und gar nicht zusammen passenden gastgebern und gästen, mit typisch türkischem essen, mit einer gastgeberin, die teller mal eben unter fließendes wasser hält um tiramisu darauf zu platschen, woraufhin die bewirteten gäste dann mit der serviette soßenreste vom hauptgericht rund um das tiramisu vom teller kratzen, und mit fünfminütigen tanzeinlagen der gastgeberin und ihrer "überraschung", dem die laute schwingenden ehemann, der echte schwarz-meerweisen zu spielen vermag, auf die dann getanzt und kopfstimmig gesungen wird ...
Ja, diese sendung gibt's und richtig krass dabei war nicht das eine deutsche wort, sondern das fein säuberlich geschnittene graubrot in der mitte des tisches, sah aus wie aus der aldi-brot-packung und war so richtig echtes, deutsches, deutscher geht's gar nicht, grau-maus-graues graubrot, denn es geht um fünf türken, die in deutschen landen leben, keine ahnung, welche stadt, den anfang habe ich verpasst und es ist mir auch arg egal, das ganze war ungefähr 7000 mal schlechter als die deutsche version, die ja manchmal ganz spaßig ist

und geschrieben hatte ich gestern abend mindestens doppelt so viel und alles ist weg *heul*

Mittwoch, 4. Februar 2009

advent, advent ...

ja, es weihnachtet sehr, vorgestern, in der katholischen Kirche (ich glaube, italienisch) an der Istiklal Caddesi hier in Istanbul ...

weihnachten am 02.02.2009

Montag, 26. Januar 2009

Zensur

nach wie vor werden in der Türkei viele domains zensiert, in der regel stecken vollidioten rechter oder extrem islamistischer denkart dahinter - ein dorn in ihren augen ist eigentlich das ganze internet, gibt es dort doch auch fremdländische oder "gottlose" lebensmodelle in allen möglichen formen zu finden, vor allem aber haben es ihnen seiten wie youtube oder blogseiten angetan, weil dort eben so ziemlich alles ausgelebt wird, auch und gerade aus/in der türkei, gerade in blogs und einer menge von privatfilmen aus der türkei wird deutlich, dass die menschen nicht so verblödet und angepasst sind, wie sich diese herrschaften das wünschen. und dann werden solche domains abgesucht nach irgend etwas, was sich irgendwie als "antitürkisch" oder als beleidigung atatürks auslegen lässt und werden diese herren fündig, schwuppdiwupp findet sich ein gericht in diyarbakir (das ist inzwischen ziemlich berühmt für seine brachialakte in sachen zensur, aber es gibt viele gerichte, die das dumme spiel mitspielen), und verbietet gleich die ganze domain, nicht etwa den einen beitrag, der da als grund herhalten muss.

aber: http://unblocked.org/ und andere seiten anonymisieren die eigene ip und spiegeln den zensurcomputern vor, man komme von sonst woher aber nicht aus der türkei und siehe da, ich kann wieder youtube sehen ;-)

Mittwoch, 10. Dezember 2008

19400

heute, gestern vielleicht 3000, war bei M zur Feier des Opferfestes, Montag ca. 14 000
Und weil Opferfest ist, bin ich die letzten tage relativ viel unterwegs gewesen, wenn auch mit bussen.
Was man nicht sieht, ist das schlachten auf der strasse - das ist in der türkei inzwischen verboten (und ich habe es bisher noch nie gesehen, aber gehört, dass es früher tatsächlich üblich war und je nach wohngegend wirklich im/vorm haus geschah oder an fachleute (die bezahlt werden mussten) delegiert wurde.

tatsächlich wird auch heute noch geopfert, klar: eine oder mehrere familien kaufen gemeinsam ein tier (schaf, kuh, ...), das dann wirklich am ersten tag des opferfestes geschlachtet wird - nach einem festen schlüssel wird das fleisch verteilt: ein teil für die eigene familie, nachbarn, ein teil für die armen, ein teil für die verwandtschaft. das schlachten geschieht aber an besonderen orten mit festgelegten hygienischen und tierschützerischen standards (mit dem angespitzten frühstücksmesser zieht heutzutage niemand mehr los um das schaf zu meucheln). natürlich entzieht sich das ganze somit auch der öffentlichkeit, natürlich ist damit nicht auszuschließen, dass es reichlich scharlatanerie gibt (aber wer weiß, was in deutschen schlachthöfen alles möglich ist?).

was man aber sah, waren die leeren straßen am montag, dem ersten tag: fast alle geschäfte zu, wenige autos unterwegs, kein spürbarer berufsverkehr, die leute unterwegs sichtlich nicht für den arbeitsplatz gekleidet, sondern für's hobby oder eben festlich herausgeputzt. schön und entspannt war es. Und heute, am dritten tag des opferfestes: immer noch wenig berufliches, wenn auch die müllabfuhr wieder arbeitet und die geschäfte überwiegend geöffnet haben. Sehr viele Leute, die das vergnügen im kreis der familie mit dem in der öffentlichkeit ausgetauscht haben: es wird spazieren gegangen, die kinos sind überfüllt (daran haben wir nicht gedacht, als wir überlegten, einen guten film im kino anzuschauen), die restaurants auch ... Kurz: familienfest ja, kommerzialisierung heftig, wenn auch nicht gar so schlimm wie weihnachten, barbarische riten erst mal nicht zu entdecken ...

Freitag, 5. Dezember 2008

internet und so'ne sachen ...

funktionieren manchmal nicht richtig: hörspielhören wird nix, der stream stottert so unwahrscheinlich und schrecklich, dass das zuhören eher weh tut als angenehm zu sein. schade das. muss ich eben ohne was auf den ohren basteln - und das habe ich gerade, habe mein neuestes geheimes projekt soeben vorbereitet, kann gleich noch ein bildchen hochladen, das gestern abend entstanden ist, kann auch anfangen, weihnachtsgeschenke zu basteln ;-)

so, schauen wir mal, ob ich das hier wenigstens hochladen kann ...

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