Jakobsweg - 25.04.2008: Puente la Reina => Estella
Um 5.21 wachte ich auf davon, dass die deutschen kurzhaardamen recht laut flüsterten - nun ja, was sie eben so flüstern nennen, die eine ging dann wohl auf's klo, nachdem der ganze saal aufgeweckt war. schon am abend vorher schrieb ich über sie, weil ich sie schrecklich fand, hatte aber gleichzeitig fast ein schlechtes gewissen, weil ich vom ersten eindruck ausgehend vorurteile zu meinen hatte - aber mein urteil wurde dann leider doch bestätigt ...
halbsechs war dann aber doch zu früh, um sich aus dem raum zu schleichen, also versuchte ich weiter zu schlafen. kurz nach 6 dann erneutes aufwachen, diesmal vom allegemeinen geraschel um mich herum und dann davon, dass irgend wer einfach das licht anmachte, offenbar der meinung, dass nun gefälligst alle welt aufzustehen hätte ...
an schlaf war nun nicht mehr zu denken, also stand ich brav auf, machte mich wanderfertig und setzte mir die kontaktlinse irgendwo auf den augapfel, mit dem sie flugs irgendwo verschwand und panik verursachte. aber auch das problem ließ sich lösen, die knie schmerzten wie gehabt, ich wusste, dass die heutigen 19 km, die ich mir vorgenommen hatte, wohl sehr lang dauern würden, nahm eine aspirin und wanderte nach dem frühstück los (nicht so gut wie's abendessen, nur weißbrot und marmelade und ein kaffee, kein käse, keine wurst oder so).
Zunächst ging's durch's dorf - und weil ich noch nie so früh unterwegs gewesen war, war ich ganz erstaunt von der aufgehenden sonne, die ich zwar nicht sah, fehlten mir doch die rückenaugen, die aber prima schatten warf (und weil ich - wie immer - keine uhr dabei hatte, hatte ich keine ahnung, wann ich wirklich losgezogen war, aber laut kamera entstand das erste photo des morgens um 6.55, da war ich dann aber schon mindestens eine viertel stunde unterwegs, zeiten also, bei denen ich im freien alltag gerade mal anfange, erbaulich zu träumen ;-)

der weg war anfangs ja noch ganz angenehm, er führte immer bergauf, aber nur sacht, ein weg durch landwirtschaft, durch felder, ab und an mit hecken, bäumen, fast schon romantisch, wo es dann auch passte, dass unbekannte eine kleine erfrischung am wegesrand hinterließen:

es galt dann noch einen steilhang zu überwinden - tatsächlich eine höllensteigung, fast senkrecht und mir die letzte energie abfordernd. die zigarette während des allmählichen anstieges brauchte ich einfach um mich von den qualen abzulenken, rauchend beschwerte sich zwar die lunge, die muskeln aber konnte ich darüber hin ab und zu vergessen ;-)
Nach dem Hang folgte der passende abstieg, bei dem mich Hendrik überholte, arzt aus frankreich, der mir versprach, meine knie in estella zu untersuchen (falls ich bis dahin käme ;-)
nach dem einen bösen berg ging es dann wieder einfach nur durch landschaft und sonnenschein - ich ließ mich regelmäßig überholen und gönnte den knien öfter ruhe, einmal wurde ich auch von einer jungen Spanierin überholt, der ich schon am vortag begegnet war und die genau das selbe knieproblem hatte wie ich. also schenkte ich ihr einfach die knie-verbände, die ich mir in einer apotheke gekauft hatte, die dann aber doch zu klein waren - ihr passten sie und sie sauste davon.
der rest der tagesetappe verlief durch eine sanfte uralte kulturlandschaft, immer wieder führten alte römische brücken über kleine flüsse, insgesamt sehr angenehm zu wandern. ich blieb den ganzen tag bis auf kurze momente allein, wanderte sehr langsam vor mich hin, wurde immer wieder überholt und machte viele viele photos im versuch, die farben einzufangen, was natürlich nicht funktioniert: - aber immerhin sieht man darauf, dass die döfrer nun nicht mehr in den tälern versteckt liegen soondern auf den hügeln angelegt sind, wo sie den unbillen der natur und eventueller angreifer trotzen.

immer wieder gibt es auch kleine flüsse zu überqueren, oft genug auf mittelalterlichen brücken oder eben solchen, die schon von den römern gebaut wurden, deren alter straße der weg teilweise folgt:

Und städnig habe ich photographiert, vielleicht einfach nur als vorwand dafür, den knien einen moment ruhe zu gönnen, aber auch weil es so fasziierend war, der gegensatz der landschaft am morgen und nach dem überqueren des vorgebirges, die satten farben, der sonnenschein ...
weil's so schön war, gleich noch mal ein bild:

In Estella fand ich dann tatsächlich auch die französische Herberge mit wahnsinnig netten herbergsvätern, die aber alle beide kein Englisch oder Deutsch sprachen. irgendwie klappte es aber doch mit der verständigung und ich bekam ein bett und dann auch noch gleich eine gratisuntersuchung von Hendrik, der mir versicherte, dass ich die knie nach möglichkeit schonen sollte, der mir voltaren verschrieb und der mir versicherte, dass ich weiter wandern könnte, wenn es nicht schlimmer würde.
Den Abend verbrachte ich mit zwei gläsern bier - den großen nach deutscher sitte, meinem abgespeckten buch (pappdeckel und mehr als die Hälfte davon habe ich irgendwo zurück gelassen, das heftchen, das übrig blieb mit seinen ca. 70 seiten, sollte ausreichen für die paar tage spanien), später setzten sich dann noch hendrik und ein paar andere franzosen dazu, die unterhaltung war aber nicht so einfach, da nur er (ein wenig) Deutsch kann, ein anderer gebrochen Englisch, ich aber gar kein Französisch, so dass viel geradebrecht wurde aber weniger echter Informationsaustausch, was aber niemanden daran hinderte, um so mehr zu lachen.
abends war ich dann wirklich richtig erschöpft, obwohl es doch nur 23 km gewesen waren. die aber waren bei strahlemdem sonnenschein und frühsommerlichen temperaturen zurückzulegen gewesen.
halbsechs war dann aber doch zu früh, um sich aus dem raum zu schleichen, also versuchte ich weiter zu schlafen. kurz nach 6 dann erneutes aufwachen, diesmal vom allegemeinen geraschel um mich herum und dann davon, dass irgend wer einfach das licht anmachte, offenbar der meinung, dass nun gefälligst alle welt aufzustehen hätte ...
an schlaf war nun nicht mehr zu denken, also stand ich brav auf, machte mich wanderfertig und setzte mir die kontaktlinse irgendwo auf den augapfel, mit dem sie flugs irgendwo verschwand und panik verursachte. aber auch das problem ließ sich lösen, die knie schmerzten wie gehabt, ich wusste, dass die heutigen 19 km, die ich mir vorgenommen hatte, wohl sehr lang dauern würden, nahm eine aspirin und wanderte nach dem frühstück los (nicht so gut wie's abendessen, nur weißbrot und marmelade und ein kaffee, kein käse, keine wurst oder so).
Zunächst ging's durch's dorf - und weil ich noch nie so früh unterwegs gewesen war, war ich ganz erstaunt von der aufgehenden sonne, die ich zwar nicht sah, fehlten mir doch die rückenaugen, die aber prima schatten warf (und weil ich - wie immer - keine uhr dabei hatte, hatte ich keine ahnung, wann ich wirklich losgezogen war, aber laut kamera entstand das erste photo des morgens um 6.55, da war ich dann aber schon mindestens eine viertel stunde unterwegs, zeiten also, bei denen ich im freien alltag gerade mal anfange, erbaulich zu träumen ;-)

der weg war anfangs ja noch ganz angenehm, er führte immer bergauf, aber nur sacht, ein weg durch landwirtschaft, durch felder, ab und an mit hecken, bäumen, fast schon romantisch, wo es dann auch passte, dass unbekannte eine kleine erfrischung am wegesrand hinterließen:

es galt dann noch einen steilhang zu überwinden - tatsächlich eine höllensteigung, fast senkrecht und mir die letzte energie abfordernd. die zigarette während des allmählichen anstieges brauchte ich einfach um mich von den qualen abzulenken, rauchend beschwerte sich zwar die lunge, die muskeln aber konnte ich darüber hin ab und zu vergessen ;-)
Nach dem Hang folgte der passende abstieg, bei dem mich Hendrik überholte, arzt aus frankreich, der mir versprach, meine knie in estella zu untersuchen (falls ich bis dahin käme ;-)
nach dem einen bösen berg ging es dann wieder einfach nur durch landschaft und sonnenschein - ich ließ mich regelmäßig überholen und gönnte den knien öfter ruhe, einmal wurde ich auch von einer jungen Spanierin überholt, der ich schon am vortag begegnet war und die genau das selbe knieproblem hatte wie ich. also schenkte ich ihr einfach die knie-verbände, die ich mir in einer apotheke gekauft hatte, die dann aber doch zu klein waren - ihr passten sie und sie sauste davon.
der rest der tagesetappe verlief durch eine sanfte uralte kulturlandschaft, immer wieder führten alte römische brücken über kleine flüsse, insgesamt sehr angenehm zu wandern. ich blieb den ganzen tag bis auf kurze momente allein, wanderte sehr langsam vor mich hin, wurde immer wieder überholt und machte viele viele photos im versuch, die farben einzufangen, was natürlich nicht funktioniert: - aber immerhin sieht man darauf, dass die döfrer nun nicht mehr in den tälern versteckt liegen soondern auf den hügeln angelegt sind, wo sie den unbillen der natur und eventueller angreifer trotzen.

immer wieder gibt es auch kleine flüsse zu überqueren, oft genug auf mittelalterlichen brücken oder eben solchen, die schon von den römern gebaut wurden, deren alter straße der weg teilweise folgt:

Und städnig habe ich photographiert, vielleicht einfach nur als vorwand dafür, den knien einen moment ruhe zu gönnen, aber auch weil es so fasziierend war, der gegensatz der landschaft am morgen und nach dem überqueren des vorgebirges, die satten farben, der sonnenschein ...
weil's so schön war, gleich noch mal ein bild:

In Estella fand ich dann tatsächlich auch die französische Herberge mit wahnsinnig netten herbergsvätern, die aber alle beide kein Englisch oder Deutsch sprachen. irgendwie klappte es aber doch mit der verständigung und ich bekam ein bett und dann auch noch gleich eine gratisuntersuchung von Hendrik, der mir versicherte, dass ich die knie nach möglichkeit schonen sollte, der mir voltaren verschrieb und der mir versicherte, dass ich weiter wandern könnte, wenn es nicht schlimmer würde.
Den Abend verbrachte ich mit zwei gläsern bier - den großen nach deutscher sitte, meinem abgespeckten buch (pappdeckel und mehr als die Hälfte davon habe ich irgendwo zurück gelassen, das heftchen, das übrig blieb mit seinen ca. 70 seiten, sollte ausreichen für die paar tage spanien), später setzten sich dann noch hendrik und ein paar andere franzosen dazu, die unterhaltung war aber nicht so einfach, da nur er (ein wenig) Deutsch kann, ein anderer gebrochen Englisch, ich aber gar kein Französisch, so dass viel geradebrecht wurde aber weniger echter Informationsaustausch, was aber niemanden daran hinderte, um so mehr zu lachen.
abends war ich dann wirklich richtig erschöpft, obwohl es doch nur 23 km gewesen waren. die aber waren bei strahlemdem sonnenschein und frühsommerlichen temperaturen zurückzulegen gewesen.
erik-n - 25. Apr, 11:26