Sonntag, 3. April 2011

Nachbarn

der Photograph, der letztens bei mir ausstellte, war eben da, um gemeinsam mit mir seine Bilder abzuhängen. Beim Schwatz stellte sich raus, dass wir beide zur gleichen Zeit in Kassel studierten, dann stellte sich auch noch raus, dass wir beide in der selben Straße wohnten und dann stellte sich raus, dass er in der Wohnung unter mir wohnte - damals sind wir uns nie bewusst begegnet, dazu mussten wir dann erst nach Kairo ziehen :-)

regen

ja, es regnet - ja, ich bin immer noch in Kairo - und ja, auch hier regnet es mal.

Aber dafür hat dann auch die Fahrt nach Hause gleich über zwei Stunden gedauert statt der üblichen einen Stunde :-(((

Freitag, 1. April 2011

keine Lust mehr

erst ein ziemlich mieser job,
dann eine revolution
und jetzt auch noch erdbeben, am hellichten Tag, für mein gefühl viel zu heftig, aber passiert ist in der Umgebung wohl nix, aber nein, ich habe keine lust mehr!

Freitag, 25. März 2011

kalt

seit 6.30 bin ich wach - das wäre mir vor 5 jahren auch noch nicht passiert, aber ich komme wohl in das alter, in dem die senile bettflucht anfängt.
seit 8.30 werkele ich herum, habe schon ein paar hundert mb unbrauchbarer photos gelöscht, habe vier oder fünf bearbeitet, wäsche gewaschen, gefrühstückt, mir gedanken über dieses oder jenes gemacht, nochmal wäsche gewaschen und auf dem balkon aufgehängt (ja, ich bin ein held der Arbeit, heute ;-), komme gerade vom Balkon rein und musste jetzt dann doch den heizer anstellen, mir ist einfach kalt, obwohl ich mich doch extra schon bewegt habe ...
bin ich nur blöd geworden oder ist es hier kühl?

OK, ich sehe es ein, für die Nacht wurden 11° C vorhergesagt, das ist nicht wirklich heiß - und bei nicht vorhandener Isolierung, nicht schließenden Fenstern usw. darf ich wohl frösteln.

http://www.wetteronline.de/Aegypten/Kairo.htm

Mittwoch, 23. März 2011

verstehe ich nicht

da ist eine sache, die ich nicht verstehe: eigentlich ist es doch inzwischen wieder sehr ruhig in Kairo, die Polizei ist wieder auf den Straßen, das Militär mehr oder weniger aus dem Straßenbild verschwunden, der Alltag wieder eingekehrt, aber trotzdem wird gerade heute abend an verschiedenen Ecken um mich herum geschossen - dieses so typische Knallen eben, das doch ganz anders klingt als Feuerwerkskörper ...

Samstag, 19. März 2011

absurdes aus Ägpyten

absurd ist es wahrlich: Ghaddafi bombt gleich drüben, in Libyen seine Leute zusammen, in Japan explodieren Atomkraftwerke, hier in Ägypten wird gerade heute über eine Verfassungsänderung abgestimmt, was vielleicht ganz schnell zu ganz neuen und heftigen Entwicklungen führen könnte, und ich gehe gemütlich in den zweiten meiner Standardläden, um Kaffee einzukaufen und siehe da: es gibt keinen Filterkaffee mehr, auch in diesem zweiten Laden. Und das, obwohl doch der Kaffee an sich aus Arabien kommt, aus den arabischen Ländern ... Aber die Importe aus deutschen Landen, wo der Filterkaffee her kam, den ich bisher hier immer trank, die stocken zur Zeit.
Jetzt bin ich tatsächlich in einer echten Krise, einer, global gesehen, lächerlich unbedeutenden Krise aber in einer echten persönlichen, bin ich doch wirklich und richtig süchtig ...

Auf den Ohren

gerade ein Feature zum Entstehen des "Atomkraft Nein Danke!" Logos mit der schicken eiskalten elektronischen Musik, die ich dann wohl auch irgendwann mal kennenlernte ganz am Ende der 70er, Anfang der 80er (oh mein Gott, bin ich alt :-)
Aber schon spannend, es war eine prägende Zeit, eine prägende Bewegung, ...

und das ganze gibt es auf BR2 http://www.br-online.de/bayern2/index.xml

Freitag, 18. März 2011

absurdes leben

B. hat es gesagt: in Japan explodieren reihenweise Atomkraftwerke, Frau Merkel - kann man unverschämter eigentlich noch sein? - versucht sich in Mutter der Nation und macht auf große Beruhigerin, will aber andererseits auf die Geschenke, die den Betreibern gemacht wurden nicht verzichten, ob die ihr wohl auch das eine oder andere Millionchen sonstwohin geschoben haben?
In Libyen ermordet ein selbsternannter "Revolutionsführer" sein gegen ihn revolutionierendes Volk, die Welt geht zu Bruch und ich lebe einen Alltag, einen anstrengenden zwar, aber Alltag eben.
Und so scheint es tagsüber in Kairo ja auch zu sein. Vor den Kasernen, draußen am Stadtrand waren zwar in der Woche viele Transporte unterwegs (wer weiß, vielleicht ging ja wirklich einiges nach Libyen zu den Aufständischen?), das Militär aber ist aus den Straßen fast völlig verschwunden, manche Läden immer noch geschlossen, wenn man genau hinschaut, sieht man schon noch da und dort ausgebrannte Ruinen, Überreste der Revolution, aber es herrscht scheinbar Alltag.
Selbst am Tahrir Square war es fast schon ruhig, vielleicht zwei, drei, vielleicht auch fünf Tausend Menschen, aber sicher nicht mehr.

house art March 2011


Was ich nicht verstehe, ist, was gerade vor der Tür abgeht: Geschrei von vielen Männern, Gerenne, selbst geschossen hat schon wieder jemand, sicher nur in die Luft, aber immerhin. Und dann wieder Geschrei und wieder rennen sie ...
Nein, doch kein Alltag - und irgendwie sind wir schon alle ein wenig nervös ...

Sonntag, 13. März 2011

Vielleicht werde ich paranoid

auf der einen Seite höre ich aus dem Festsaal hier um die Ecke erst ein langes Gebet, jetzt Musik (könnte eine Hochzeit sein), dann wird auf der anderen Seite geschossen - wie üblich hoffentlich nur in die Luft.
Aber nein, meine Damen und Herren Ägypter und andere, ich mag das einfach nicht mehr. Würden Sie bitte die Ballerei auf den absoluten, akuten Notfall beschränken?
Danke

Vielleicht werde ich paranoid

auf der einen Seite höre ich aus dem Festsaal hier um die Ecke erst ein langes Gebet, jetzt Musik (könnte eine Hochzeit sein), dann wird auf der anderen Seite geschossen - wie üblich hoffentlich nur in die Luft.
Aber nein, meine Damen und Herren Ägypter und andere, ich mag das einfach nicht mehr. Würden Sie bitte die Ballerei auf den absoluten, akuten Notfall beschränken?
Danke

Vielleicht werde ich paranoid

auf der einen Seite höre ich aus dem Festsaal hier um die Ecke erst ein langes Gebet, jetzt Musik (könnte eine Hochzeit sein), dann wird auf der anderen Seite geschossen - wie üblich hoffentlich nur in die Luft.
Aber nein, meine Damen und Herren Ägypter und andere, ich mag das einfach nicht mehr. Würden Sie bitte die Ballerei auf den absoluten, akuten Notfall beschränken?
Danke

Freitag, 11. März 2011

Christlicher Protest in Ägypten ...

... und ich mitten drinnen. Nicht als Protestant: atheistisch, wie ich bin, halte ich es für absurd und unmenschlich, dass es überhaupt nötig ist, sich auf eine Religionszugehörigkeit zu berufen um politisch Stellung zu nehmen und als Gast hier halte ich mich mit demonstrativen Aussagen tunlichst zurück. Aber als Beobachter war ich mitten drinnen - und diesmal war ich so dreist, auf meine blonden Haare und die Wirkung meiner Kameras zu bauen, habe mich nicht in der langen Schlange zwischen die Panzer begeben, um hineingelassen zu werden, sondern habe mich an den Ausgang gedrängt, nachdem ich mitgekriegt hatte, dass dort hin und wieder besondere Leute hindurch geschleust wurden.
Ich wurde gefragt, ob ich Journalist sei, ja, Photograph, aber ich hätte keine Karte dabei, sagte ich dreist, ich gebe zu, ich bin ein schlechter Mensch - aber es funktionierte. Ich kam zwar um die Leibeskontrolle (oberflächlich) nicht herum, für die sich der junge Mann auch entschuldigte, der sie machte, aber die gehört dazu und ich mag ja die Vorstellung auch nicht, jemand könnte Bomben dort einschmuggeln, also lasse ich mich gerne abtasten und mache sogar freiwillig meinen Rucksack auf.
Interessant, dass die Kontrollen weder Militär noch Polizei machen, sondern junge Leute, die augenscheinlich aus der Protestbewegung heraus kommen.

In der Regel will ich ja keine Vorzugsbehandlung als Blondi und Fremdländer, aber heute fand ich es mal in Ordnung - dafür musste ich ja auch viele Demonstranten photographieren und mit anderen für ihre Familienalben posen ;-)



house art March 2011



Nur leider war es schon zu spät und zu dunkel, um noch ernsthaft zu photographieren. Interessant aber die Gespräche dort, Tenor: die Menschen wollen in Frieden gemeinsam leben, aber die einen haben Angst vor den anderen und umgekehrt - und in beiden Religionen gibt es einzelne Aufheizer, die eine Gemeinsamkeit erschweren.

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