Mittwoch, 14. Oktober 2009

Warteschleife

am 29.09 wollte ich gen Indien fliegen, der Flug war gebucht, die Unterkunft organisiert, alles wunderbar - aber es gab noch kein Visum. Und das gibt's immer noch nicht, ich sitze hier in hessisch Sibirien und warte auf den Anruf, dass der Pass inklusive Visum in jenem Bundesamtdings angekommen sei und mir am nächsten Tag via Express zugestellt würde, auf dass ich dann mit dem nächsten Flug aufbrechen könnte.

Insgesamt ein Leben auf Abruf, zwar ganz lustig so das Familienleben mit Schwesterlein, ihrem Göttergatten, meinen kleinen Neffen, die ich allesamt sehr liebe, die aber auch anstrengend sein können - und ein geborgtes Familienleben quasi, ist es doch nicht meine eigene Familie, nicht mein eigenes Leben ...

Heute hat mich wieder niemand angerufen ...

Mittwoch, 30. September 2009

gleichzeitigkeit

und während mein Computer mal wieder damit beschäftigt ist, druckfähige Kopien von meinen Jakobswegbildern zu machen (irgendwie habe ich jetzt keine Lust mehr darauf, das per Hand zu machen und habe, hoffentlich, nach einigen Tagen das richtige Stapelwerkzeug zusammen gebastelt), während ich also seit Tagen schon dabei bin, an diesen Photos zu werkeln, lese ich gerade, dass B. dabei ist, meinen Text zu redigieren.
Fragt sich nur, wie er an die Dateien herankommen soll - werden dann wohl jeweils drei bis fünf MB werden ...

Aber tausend Dank für die Mühen mein Lieber

auf Abruf

sitze ich jetzt in Deutschland fest: meine Wohnung in Istanbul ist weg, war leer, hat einen neuen Mieter, ich habe es tatsächlich rechtzeitig geschafft, habe Schlüssel übergeben, alles gekündigt, beendet, abgeschlossen.
Und dann gab's kein Visum, mein Pass liegt seit 7 Wochen in der indischen Botschaft herum und verschimmelt oder bekommt Junge oder macht wer weiß was, aber mit einem Visum darinnen hat er zumindest seinen Weg zu mir nicht geschafft, mein Flug gestern wurde umgebucht, mein Zimmer in Kalkutta steht leer, meine dortige Vermieterin macht sich zwar Sorgen um ihr Geld, aber dabei kann ich ihr nicht helfen ...
Nun sitz' ich also hier in der Hessisch-Sibirien, warte auf den Anruf, in dem mir gesagt wird, dass mein Visum endlich da ist, und habe ansonsten nichts zu tun außer für meinen Neffen da zu sein, viel zu lesen, ...

Na, schauen wir mal, wie lange es noch dauern mag.

Mittwoch, 16. September 2009

Wohnungsleermachstress

Wer nach Indien umzieht, hat zu entscheiden, ein Wahninnsgeld auszugeben und sich auf einen noch wahnsinnigeren bürokratischen Aufwand einzulassen aber in einem großen Umzug dann die eigenen Sachen dorthin zu schicken - oder aber als Alternative dazu, alles zurückzulassen und mit einem Koffer mit 20 Kg. umzuziehen.
Für mich ist es natürlich die 20 kg. Option - mein Kram ist großen Aufwand nicht wert und vor allem scheue ich die Bürokratie und Zollprobleme (vor allem, da ich nur noch mit Touristenvisum in der Türkei bin, also der türkische Zoll richtig heftige Probleme machen würde, wenn ein Tourist mit einem ganzen Hausstand ausreisen will ...).
Und wer mit einem Koffer umzieht, hat das Problem, da, wo er weg geht, den ganzen alten Kram loswerden und dort, wo er hin geht, alles neu besorgen zu müssen - das eine kann ganz schön schmerzen, wenn die geliebten xyz's auf den Müll gehen sollen, das andere kann schmerzen, weil es Unmengen Geld verschlingt.

Mitten in diesen Prozess hinein platzte F.: Er übernimmt meine Wohnung und, hiphiphurra, meinen ganzen Kram, der bisher noch nicht verkauft, verschenkt, sonst weggegeben wurde.
Finanziell bringt mir das die Ersparnis einer Monatsmiete und ein paar hundert Lira, er ist nett und hat eh nicht viel Geld (aber viele Bücher, die er unterbringen muss), also ist der Preis günstig für ihn ausgefallen. Ansonsten bringt mir das unendlich viel: ich muss meine Photos nicht von der Wand holen und weg werfen (das hätte tatsächlich weh getan), er behält sämtliche Regale, das Bett, das komplette Arbeitszimmer, die olle Waschmaschine, die ganze Kücheneinrichtung inclusive Geschirr und Kram, ... und er kümmert sich sogar um den Verkauf meines Druckers ...

Indien, nun kann ich gleich noch viel einfacher kommen ;-)

Dienstag, 15. September 2009

Systeemrassismus versus individuelle Hlfsbereitschaft

Systematischer Rassismus:
In der Türkei kann man wie überall in der Welt Vieles an Bankautomaten erledigen, z.B. die Miete direkt auf das Konto der Vermieterin einzahlen. Zuminest können das alle Türken, Ausländern ist dieser kostenlose Service inzwschen nicht mehr möglich, man muss einen türkischen Perssonalausweis haben, ohne die Ausweisnummer geht am Automaten nichts mehr, als Ausländer muss man hinein in die Bank, ewig in der Schange warten und vor allem die Gebühr von 25,- TL (ca.11 €) zahlen.
Heute durfte ich das erfahren, regte mich natürlich mächtig auf, war also notgedrungen bereit, die Gebühr zu zahlen, als der Schaltermensch ein wenig zauberte und die Gebühr unter den Tisch fallen ließ, was mir locker den Tag rettete.
Gäbe es nicht diese vielen netten Türken hier, wäre es einfach nicht zu ertragen in diesem eigentlich doch schönen Land, dessen Verwaltung alles daran setzt, das Leben hier schwerer zu machen ...(un zwar für alle, egal ob mit der ohne türkischen Pass ...)

Freitag, 11. September 2009

Haustiere im Ramadam

und die heutige Frage an den Hodscha, kurz vor Iftar:

"Hodscha, ich weiß, ich sündige. Aber ich habe von meinem Sohn einen Hund bekommen und habe ihn gefüttert ...".
Ja, diese religiösen Menschen haben tatsächlich ein schlechtes Gewissen dafür, dass sie ihren Hund nicht leiden lassen zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Und ja, sie glauben tatsächlich, dass ihr Gott so wahnsinnig sei, sie dafür in die Hölle zu schicken.

Nun, wenn ihr Gott so ein mickriger Versager ist, der das nötig hat, dass sogar Haustiere für seine Anbetung (=das Kriechen in seinen Hintern) hungern müssen, dann kann seine Hölle auch nur ein mickriger, harmloser, heruntergekommener Abrissladen sein, also hier meine Antwort an die arme Sünderin: Keine Angst, Tantchen (so spricht der Hodscha ältere Frauen gönnerhaft an), keine Angst, wenn dein verkorkster Gott das für eine Sünde hält, dann musst du keine Angst vor ihm haben, dann kann er dir nix tun. Und sollte er doch größer sein als wir ihn hier kleinmenscheln, dann weiß er, dass es nichts böses ist, dem hund seinen Napf zur gewohnten Tageszeit zu füllen - ein klügerer und weiserer Gott und dein Hund werden es dir danken

Donnerstag, 10. September 2009

Zähne putzen

beim zappen bin ich kurz vor Iftar (Sonnenuntergang im Ramadan, danach darf wieder gegessen werden) auf einem der Religiösen Sender gelandet. Es lief gerade die Sendung, wo das Volk den großen Hodscha ich-weiß-nicht-wen befragen durfte per live-schaltung nach Fatih, einem tatsächlich für seine religiösen und reaktionären Bewohner berühmt ist.
Und siehe da, es durfte ein kleines Mädchen, 6, 7 Jahre alt, eine Frage stellen: Ganz schüchtern fragte sie, ob es tatsächlich verboten sei, sich die Zähne zu putzen.
Die Antwort: ja, das sei eine Sünde, sobald man dazu Zahncreme benutzte, ohne Zahncreme dürften wir das aber, wenn es denn unbedingt sein müsste, dann wäre es nicht ganz so schlimm.

Dieser Hodscha also verbietet im Namen irgend eines Gottes das Zähneputzen, das sei Sünde, sagt er.
Kann ein Gott so etwas tatsächlich von Menschen verlangen? Ich wage einfach mal zu behaupten, dass ein Gott, der das nötig hat, ein ganz armes Würstchen ist - und dementsprechend auch kein Gott. Nein, das ist religiöser Wahnsinn, so wie die Bayern, die vor wenigen Jahren S. exorzieren wollten, keine Christen sind sondern nur menschenverachtende Wahnsinnige.

Schade nur, dass dieser Wahnsinn hier Fernsehkanäle zur Verfügung hat (in denen übrigens dieselbe halbnackte Werbung für bestimmte Eissorten läuft wie auch in weltlichen Sendern auch - die Männer, die so auf verschleierte Frauen stehen, in deren Eigenproduktionen unverschleierte Frauen nur dann auftreten, wenn sie die Bösen darstellen, diese Männer lassen es sich teuer bezahlen, dass mit halbnackten Frauen geworben wird zwischen den Zeiten in denen sie religiösen Wahn als normal verkaufen, ...)

bin nicht versoffen, ...

... das waren andere Teile Istanbuls, hier ist herrliches Wetter und hier hat's auch viel weniger geregnet ;-)

Mittwoch, 9. September 2009

yours sincerly. with kind regards, yours faithfully,

... ... ...
es gibt tausend Grußfloskeln im Englischen und welche kann man wo und wie benutzen? Keine Ahnung, in den paar Mails, die ich mit meiner künftigen Direktrorin nun hin- und herschicke, wird es immer schwieriger, die richtige Grußformel zu finden. Kann ich, nachdem von ihr "with warm regards" kam, formal beim einfachen "yours sincerly" bleiben oder ist das zu abweisend, nachdem sie mir doch eine Unterkunft besorgt hat, mich zum Mittagessen einlädt am Tag meiner Ankunft und so fort und so weiter. Und wenn ich bei Leo nachschaue, dann gibt's da auch noch Unterschiede nach Geschlecht, nach anonym oder namentlich bekannt, nach bla und blubb, ... Bei Leo gibt's eine Menge Angaben und noch mehr Foreneinträge schon allein zur Grußformel ( http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=on&chinese=both&pinyin=diacritic&search=mit+freundlichen+Gr%FC%DFen&relink=on )
Millionen tiefe Fettnäpfe, die da meiner harren und ich werde sicher in die meisten mit voller Wucht hinein hüpfen

Aber: es gibt für mich ein Zimmer in einem Guesthouse und zum Kennenlernen der Headmistress und der "Principal" bin ich schon zum lunch eingeladen, oder war das dinner? und welches von beiden ist abendessen, welches mittach? und trägt man da krawatte? oder jeans und t-shirt? Muss man da ein Geschenk mitbringen?

na, ich werde es schon versauen ;-)

Samstag, 5. September 2009

Indien ruft ...

...
immer lauter,
gestern waren zwei Freundinnen in meiner Wohnung und haben sie "gefleddert", haben gesagt, was sie gerne haben wollen und dann haben wir uns auf Preise und Modalitäten geeinigt - immerhin ist mein schicker schrank weg und das kleine süße geliebte Sofa auch, naja, stehen noch da aber haben schon Abnehmer gefunden, und der Monitor auch, vor dem ich gerade sitze und noch ein paar kleinigkeiten.
Und heute kam dann noch jemand vorbei um den Tisch anzuschauen und ihre Freundin nahm dann auch schon das erste Stück mit, einen Klamottenständer aus dem Schlafzimmer, wo ich früher immer Hemden und Krawatten nach der Schule draufgeworfen hatte ...

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