Montag, 27. April 2009

San Jose, Costa Rica

Habe ein Angebot für eine Stelle in Costa Rica.
schwierige sache das, soll ich nach Costa Rica ziehen und Istanbul aufgeben und mit Istanbul auch meine derzeitige beziehung?
einerseits reizt das abenteuer amerika ja gewaltig (und da müsste ich dann endlich auch mal spanisch lernen ;-), in Lateinamerika leben und dafür auch noch geld bekommen, das wäre schon geil, aber andererseits habe ich hier einiges, das ich verlieren würde.
wirklich schwer.

küche und so

erst eins meiner lieblingsgläser zerdeppert, dann ein anderes, also auf's abwaschen erst mal verzichtet und später dann im stapel unabgewaschener sachen chaos gemacht, das die einzige Tasse aus Ägypten (und S. Lieblingstasse) zerbarstete.

Jakobsweg - 27.04.2008: Los Arcos => Viana

der wetterbericht hattte regen versprochen, aber es ging auch ganz gut ohne ;-) (ok, es war immerhin kühler geworden als die Tage zuvor).
Bei den Öschis habe ich dann erst um 7 Uhr gefrühstückt, also zu der zeit, zu der die frühaufsteher und absurden panikisten ihre mittagspause einlegen. und nach dem späten frühstück gings dann auch noch später los - aber was solls, schließlich hatte ich zeit, spätestens Mitte Juni wollte ich fertig sein, und da ich auch etwas weniger geld verbriet als geplant, würde eine woche mehr als die grob geschätzten 6 wochen kein problem darstellen.
Also wanderte ich irgendwann los und siehe da, ich traf Ralph und Frank, die in ihrer Herberge kein Frühstück bekommen hatten. Und ja, das waren genau die beiden Hessen, die ich schon am ersten Tag kennen gelernt hatte und die alle beide ungefähr genauso viel und hemmungslos rauchten wie ich, die genauso gern spät unterwegs waren, die genauso wie ich absolut keinen plan hatten und einfach morgens loswanderten um zu schauen, wohin die füße trügen, die ihre pausen mit gutem essen und kaffee genauso genossen wie ich auch und die genauso wie ich die panikmache so manch anderer pilgersleut nicht verstanden.
Die ärmsten mussten also bis zum Frühstück wandern, nachdem sie das pech der falschen herbergswahl hatten - und das nächste dorf war 8 km weit entfernt. 8 km klingt ja für jemanden, der mal eben im nachbardorf die Frühstücksbrötchen holt, nicht so schlimm, aber für die beiden hungrigen jungs war es doch weit. das dorf war lange zeit weit hinten am horizont zu sehen und sah gar nicht so aus, als kämen wir allmählich näher, doch irgendwann war es dann so weit:

Sansol

wir hatten es tatsächlich geschafft und waren ca. 2 stunden gewandert, vielleicht nur 105 minuten. das klingt ja schon schrecklich genug, noch schrecklicher aber war für die beiden, dass dort in Sansol alles geschlossen war wegen des heiligen sonntag - aber dafür gab es jenen photographen, der seit ewigen zeiten dort photographiert, auch regelmäßig pilger:
Pilger
(hier sei ausdrücklich angemerkt, dass das das hisher erste bild ist, das ich nicht selbst gemacht habe)

der in schwarz bin wohl ich, die beiden mit weißen t-shirts Frank und Ralph - und auf den bildern rundherum beim gleich photographen gibt es z.B. die aussies http://www.flickr.com/photos/ezkerra/2540527173/ und http://www.flickr.com/photos/ezkerra/2540526019/ (er ist über 70!!!), die drei süßen franzosen http://www.flickr.com/photos/ezkerra/2540528013/ und ein paar andere leute, die ich kennenzulernen das vergnügen hatte, spannend, das heute nach einem jahr endlich zu finden, damals hatte ich zwar ein paar tage später, als ich mal wieder ein Internetcafé gefunden hatte, gesucht, konnte aber das profil des guten mannes nicht finden, heute habe ich intelligenter gesucht ;-)

1 km hinter Sansol war dann doch eine bar geöffnet - die beiden Hessen bekamen ihr frühstück, ich noch einmal einen kaffee (dass ich schon drei tassen gehabt hatte, hatte ich den beiden gegenüber nicht erwähnt, wer weiß, ob sie mich geschlagen hätten ;-).
Von da aus ging's dann ein stück allein weiter, immer mal photographierend, immer mal von einer netten Frau überholt um dann doch wieder schneller zu sein und wieder überholt zu werden. Irgendwann erwischte sie mich beim selbstbildnisse machen.
Schrat
(nicht wirklich gelungen, aber es musste sein, ich wusste ja nicht, dass ich ein jahr später ein wesentlich besseres bild im netz finden würde).
Als ich sie dann nach dem Bild wieder einholte, beschlossen wir, ein weilchen gemeinsam zu wandern - was heißt beschließen? wir fingen einfach an zu schwätzen und gingen gemütlich weiter. Ina hieß sie, auch irgendwo aus dem norden und so nett, dass wir bis nach viana gemeinsam wanderten, wo am dorfeingang in einem minipark dann plötzlich die beiden hessen schon da waren, die ich doch bei ihrem frühstück zurückgelassen hatte und die bis dahin nicht an mir vorbei gekommen waren - clever wie sie waren, waren sie einfach einheimischen Pilgerern gefolgt, die statt dem feldweg der dicken straße gefolgt waren und damit um einiges schneller mit weniger steigung und kürzer unterwegs waren.
und diese spanischen pilger machen es wie viele: sie pilgern am wochenende: in der gruppe geht es los, es wird einfach zu hause (oder von einem beliebigen ort an einem der Jakobswege in Spanien) gestartet und am ersten tag eine etappe gewandert. einer (oder entsprechend mehr, wenn die gruppe größer ist), geht am nächsten tag zurück und holt das auto, während die anderen eine weitere etappe wandern und sich dann alle abends am zweiten etappenziel treffen und gemeinsam im auto zurück fahren. am nächsten wochenende geht's dann da weiter, wo am wochenende zuvor schluss war und so weiter und so fort bis eben ganz nach Santiago oder gar zum ende der welt. und die gruppe hier und heute bestand aus 6 erwachsenen, wohl befreundeten paaren und ein paar wilden kindern und jugendlichen, die mit dem fahrrad fuhren und dabei ein wahnsinnstempo drauf hatten, bei dem die beiden hunde, die dazu gehörten, kaum mitkamen (auf die die kids dann aber doch immer mal warteten und ihnen sogar wasser auf der hand zu trinken gaben, irgendwie schön das ;-)
in Viana gab's einen Blumenmarkt und ein straßencafé und viel zu gucken und musik auf den straßen und irgendwie hatten wir alle keine lust, die beiden hessen und ich beschlossen, uns in einer pension einzumieten, Ina ging in die entsprechende herberge ...
wegen des festes allerdings gab es das kleine problem, dass die pensionen und das hotel im ort vollständig ausgebucht waren. nach einigem suchen fand ich dann aber doch noch eine übernachtungsmöglichkeit: im großen privathaus einer familie wurden (illegal) zimmer vermietet, wunderschön das ganze, uralt, mit noch älteren familienphotos an den wänden, mobiliar aus den letzten 150 jahren, einer vermieterin, die auch nicht mehr jung war aber nett (knallhart in der preisverhandlung allerdings), ...
die beiden hessen bekamen ein früheres wohnzimmer, in dem außer dem wohnmobiliar (inclusive flügel!!!) zwei betten standen, umgeben von einem raum, in dem früher wirklich einmal eine familie gelebt hatte, genau so, wie man sich eine gutbürgerliche familie in der vorkriegszeit vorstellt, mit bildern der geliebten familienmänner in uniformen auf dem flügel, mit büchern, mit einem kamin (der nicht brannte), mit alten folianten im schrank ...
ich bekam das "hochzeitszimmer", so genannt wegen des französischen bettes, ansonsten ein verhätlnismäßig kleines zimmer aber auch irgendwie schön.
Wegweiser


das andere, noch viel größere wohnzimmer bekamen dann noch zwei frauen aus Engelland, mit denen gemeinsam ich die verhandlungen führte, irgendwie war ich derjenige, der sich am besten ausdrücken konnte, sprach die vermieterin doch kein englisch oder deutsch und wir anderen allesamt kein spanisch (na, und türkisch kann ich eh vergessen im rest der welt ;-)
Abends dann pilgermenü in der kneipe um die ecke, nicht wirklich gut, aber doch (fettig) nahrhaft, ich hätte aber doch lieber in der bar bleiben sollen, die ich schon vorher entdeckt hatte - aber wir hatten uns eben gemeinsam zum essen verabredet. Wäre dem nicht gewesen, hätte ich hier noch sitzen bleiben können:
08-04-27-4516...


Gesamtweg: ca. 18 km
Wetter: durchwachsen aber kaum regen, gegen abend nass
körper und andere gebrechen: knie schmerzen arg aber der rest ist frohgemut

Aktuelle Beiträge

Ein neuer Anfang
Es sieht so aus, als gäbe es Stückzeit noch - aber...
erik-n - 29. Aug, 12:13
Dem Elefanten waren die...
Dem Elefanten waren die Augen zugeklebt? Unfassbar,...
iGing - 16. Apr, 09:33
Bangalore - Delhi
Meine kleine Himalayareise hat begonnen. Ich sitze...
erik-n - 16. Apr, 04:06
Der Himalaya ruft
Heute war der letzte Arbeitstag. Morgen ist Packen...
erik-n - 13. Apr, 19:17
Der Himalaya ruft
Heute war der letzte Arbeitstag. Morgen ist Packen...
erik-n - 13. Apr, 19:17

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 6385 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Aug, 12:13

Web Counter-Modul


ägyptische Zeiten
Auf den Ohren
Auf nach Indien
Bilderchen
Fundstücke
für die menschheit nix großes
Hohe Zeiten
house art
indische Zeiten
photozeiten
Splitterzeiten
Tatort
Traumzeit
türkische Realität
Türkishe Realität
unterzeitwegs
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren