Sonntag, 18. Februar 2018

Mal wieder Madhugiri

Ich habe einige Ausflugsziele in der Gegend - wenn ich früh loskomme und Zeit habe, fahre ich gern nach Madhugiri, den Aufstieg von 45o Höhenmetern auf 1,5 km Weg schaffen nur die wenigsten, oben hat man dann in der Regel seine Ruhe.
OK, Ruhe ist relativ, wo immer Blondy auftaucht (und dort bin ich normalerweise der einzige, der keine schwarzen Haare hat), gibt es immer Leute, die kommen und gaffen - heute waren es dann ein paar 17 bis 18jährige, der erste entdeckte mich und stellte sich dann auf und gaffte, gaffte, gaffte - ich gebe zu, ich mag das inzwischen gar nicht mehr. Wenn die Leute wenigstens nett in welcher Sprache auch immer "Hallo" sagen würden, wäre es vielleicht noch zu ertragen, aber nein, sie stellen sich vor dich und gaffen dich an, als wären sie im Zoo.
Der erste sagte seinen Freunden Bescheid, dass es eine seltene Attraktion gäbe und dann standen sie also alle sechs da, gafften, machten Scherze in Kannada und als ich sie fragte, ob wir denn im Zoo seien und ihnen unwillig zu verstehen gab, dass sie sich doch bitte einen anderen Platz suchen sollten, mich aber weigerte, sie zu photographieren und auch nicht für "Selfie, Selfie" posieren wollte, fingen sie an, das stereotype "India" Bla bla blub loszuschreien - ja, recht habt ihr, Indien wäre ja ganz schön, würde es euch mal ein wenig Bildung angedeihen lassen ...
Aber als ich dann zu der Studentengruppe ging, von der ich wusste, dass sie nicht weit entfernt lagerte, um einen Übersetzer zu finden, der den Deppen klar machen würde, wie sehr sie andere Leute belästigten und was für ein miesen Aspekt ihres achso geliebten Indien sie gerade darstellten, haben sie wohl selbst eingesehen, wie daneben sie sich benahmen und nahmen Reisaus.
Die weitere Stunde, die ich noch auf dem Gipfel blieb, war ich dann auch allein, auch wenn einer der Studenten die Gelegenheit nutzte, die Gruppe zu verlassen um mich zu begaffen - er hielt aber immerhin Abstand und ich konnte ihn ignorieren.
Aber eigentlich wollte ich mich gar nicht über die Deppen aufregen (denen dann weitere typische Gaffer folgten, als ich wieder unten angekommen in meine Motorradklamotten kletterte und mein Motorrad bepackte - wie so oft gab es gleich zwei von diesen seltsamen Menschen, die ganz nah an mich herankommen, sich hinstellen und einfach gaffen, gaffen, gaffen, jede Bewegung beobachten und mit offenen Mund bestaunen). Eigentlich wollte ich jammern, dass ich es mal wieder geschafft habe, auf meine Standardeinstellung bei der Kamera zu vertrauen und mindestens zwanzig Photos von einem Vorkommen von riesigen Fledermäusen zu machen, die allesamt fies überbelichtet sind, weil ich Idiot es nicht gepeilt habe, die Einstellungen zu überprüfen - ich muss wieder öfter photographieren, dann passiert mir das hoffentlich seltener.
some, flying
Leider hat mich Google Maps auf dem Rückweg nicht mehr an der selben Stelle vorbei geführt, ich habe die richtige Abfahrt dann doch verpasst, auch wenn ich mir vorgenommen hatte, den selben Weg zurück zu fahren, um die verdorbenen Photos noch einmal machen zu können.
Also muss ich wohl in den nächsten Tagen noch einmal dort hin fahren - ich hoffe ich finde die Stelle wieder.
Immerhin kann ich mich an den Weg ungefähr noch erinnern, den ich heute gefahren bin, eine sehr schöne Strecke, die zwar ein paar Minuten länger dauert, als die Hauptstrecke, aber dafür um Längen schöner ist - leider habe ich die Gewohnheit, alle Strecken, die ich fahre, aufzuzeichnen, abgelegt wenn ich zu altbekannten Zielen unterwegs bin, heute hätte ich so eine Aufzeichnung gern gehabt.
Aber immerhin habe ich so ein Ziel - und wenn ich ausnahmsweise mit dem Motorrad zur Arbeit fahre und auf meine täglichen 15 000 bis 20 000 Schritte verzichte, sollte ich den Fledermausbaum auch noch nachmittags erreichen können ...
some, landing

Donnerstag, 15. Februar 2018

quälende Altlasten

Manchmal neige ich zur selbstverschuldeten Depression: Immer wieder schaffe ich es, anliegende Aufgaben vor mich hinzuschieben und dann doch nicht zu erledigen.
Auf meiner Aufgabentafel, die ich irgendwann Mitte Januar mal wieder beschriftet hatte, standen neben dem Telephon (wurde nicht repariert, weil 200 Euro Reparaturkosten bei 450 Euro Neupreise einfach nicht logisch erschienen), stand da die Kamera (gestern repariert abgeholt), das Motorrad (letzte Woche Service erfolgreich erledigt), zwei wirklich schwere Posten: die Steuererklärung für 2016 (!!!!) und die Krankenversicherung, bei der ich als privat Versicherter ja Rechnungen und Quittungen einreichen muss.
Der größte Brocken war die Steuererklärung, einfach, weil ich dazu eine Menge Unterlagen brauche, von denen ich einfach nicht weiß, wo sie sind - manche schimmeln vielleicht noch in Deutschland, manche habe ich heute doch hier noch gefunden, manche sind einfach so verschwunden.
Seit Wochen liegt mir diese Steuererklärung im Magen. Ich weiß, dass das eine schwere Aufgabe ist, ich weiß, dass mir viele Unterlagen fehlen, ich weiß, dass viele Angaben nicht wirklich in das Formular passen, ich weiß, dass ich eigentlich viele spezielle Sachen bräucte, ich weiß vor allem, dass ich das schon vor Monaten hätte machen müssen ...
Nachdem ich heute flugs den Antrag für ein neues Visum hier in Indien erledigt hatte (der Stand gar nicht erst auf der Tafel), fühlte ich mich ein wenig erleichtert und beschloss, nun die Steuer anzugehen - dazu war ein kräftiger Tritt in den eigenen Hintern notwendig. Diese Steuer ist der dicke Brocken, der über mir lauert, seit Monaten. Ich weiß, dass ich das machen muss. Aber mir fehlen einfach die Unterlagen - viele Rechnungen sind verschlampt, meine Post erreicht mich kaum noch (trotz mehrmaliger Erinnerung wird von meinem Arbeitgeber noch alles an das Konsulat in Chennai geschickt, auch wenn ich schon Ewigkeiten in Bangalore arbeite, lebe und meine Post hier her bekommen sollte), zu Weihnachten habe ich einfach nicht daran gedacht, nach der Post zu fragen, vieles war wichtiger in den 10 Tagen, die ich in Deutschland hatte, und sei es auch nur der tägliche Spaziergang mit dem Hund, ...
Ich weiß selbst, dass das alles nur Ausflüchte sind. Aber irgendwie neige ich dazu, solche unangenehmen Aufgaben aufzuschieben. Und durch das Kistenpacken (Freunde werden demnächst einen Container nach Deutschland schicken und ich habe die Gunst der Stunde genutzt, vor allem die Hinterlassenschaften von S. in Kisten zu packen, die dann hoffentlich günstig und ohne große Probleme gen Deutschland verschifft werden), ist die Wohnung gerade richtig chaotisch, die Suche nach Unterlagen ist tatsächlich erschwert. Egal, die Steuer gehörte erledigt und heute habe ich es dann tatsächlich geschafft, sie anzugehen.
Das Programm herunterzuladen und zu installieren war eine Sache von Minuten. Aber dann galt es, die Daten einzugeben. Von der letzten Steuererklärung erinnerte ich noch, dass es neuerdings möglich ist, Daten online über Elster abzurufen - alle dafür notwendigen Freischaltungen hatte ich schon beim letzten Mal beantragt. Also versuchte ich mein Glück - und siehe da, ein Freischaltungscode war notwendig, den ich irgendwann per Post bekommen hatte - und den ich dann nach kurzem Suchen auch fand - während der papierne Ausdruck der Steuerbescheinigung meines Geldgebers nach wie vor noch nicht wieder aufgetaucht ist.
Aber elektronisch gelang es dann doch, die Bescheinigung zu finden und auch die anderen notwendigen Daten aufzutreiben - nach drei Stunden am Computer habe ich es geschafft und meine Steuererklärung für 2016 eben gerade abgegeben.
Fühlt sich einfach gut an - und war total simpel. Natürlcih hätte ich noch ein paar Quittungen suchen können, natürlich hätte ich mir noch einen Kopf machen können, wie die Bücher abzurechnen wäre, die teilweise tatsächlich Job sind, teilweise doch privat - aber ich habe den ganzen Kram einfach weg gelassen - über den Pauschalbetrag wäre ich eh nicht gekommen. Und selbst wenn doch, hätte es vielleicht 10, vielleicht 20 Euro gebracht, also habe ich es einfach sein gelassen und den Job erledigt. Basta!
Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass ich die nächsten Tage entspannter das Tagesgeschäft erledigen kann, denn dieser lähmende Klotz ist einfach weg (und das Programm bescheinigte mir immerhin noch ca. 2000 Euro Rückerstattung - wenn ich auch nur die Hälfte davon bekomme, werde ich glücklich sein).
Die Unterlagen für 2017 habe ich dann nebenbei auch schon zu großen Teil da - dank der digitalen Verfügbarkeit der Sachen muss ich nicht erst wieder nach Deutschland um die Papierausdrucke in Händen zu halten, vielleicht schaffe ich die Steuer für 2017 diesmal ja noch schneller ;-)
18-02-15-0006
An großen Klötzen liegen jetzt nur noch die Versicherung vor mir, wo ich Zähne und eine Operation einreichen muss, was eigentlich einfach sein sollte und der nächste Durchgang beim Zahnarzt vor mir, Sachen, die ich jetzt entspannter angehen kann.
Beschwingt konnte ich an meine "To-do-list" gehen und die erledigten Sachen ausstreichen - sieht doch ganz gut aus ...

Dienstag, 23. Januar 2018

Alle Jahre wieder ...

... läuft mein Virenschutzvertrag aus. Regelmäßig kommen Angebote per Mail, die die Virensoftware für günstige Preise anbieten, vor Ende des Vertrags kommen Erinnerungen, man solle doch bitte verlängern. Je näher das Vertragsende kommt, desto teurer wird es: Als Neujahrsangebot gab es am 8. Januar ein Angebot für 40 Euro für das Familienpack (viele viele Computer und Telephone und Kram kann man damit schützen). Beim nächsten Angebot waren es dann schon 60 Euro. Gestern 100. In den Mails gibt es dann auch immer die Links zum anklicken auf das jeweilige Angebot.
Am achten Januar war noch sehr früh, da hätte ich ja einen halben Monat zu viel gezahlt, läuft der Vertrag doch jetzt erst aus. Auf dieses günstigste Angebot musste ich also verzichten.
Virenschutz tut aber not, also beschloss ich, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen, probierte alle Links in allen Mails aus und kam so dann doch noch auf das 40 Euroangebot, so dass ich jetzt wieder die passende Lizenz für 40 Euros bekommen habe.
Ich denke mir, nicht alle probieren all die verschiedenen Mails aus, wenn es dann so weit ist und ich denke mir, dass viele Leute dann eben die geforderten 100 Euro zahlen - ziemlich fiese Marketingmethode, finde ich, selbst wenn ich mit dem Schutz, den mir das Programm bietet, zufrieden bin.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Laufen

Allmählich kennt man sich an dem kleinen See, an dem ich jetzt fast täglich abends spazieren gehe oder sogar ein wenig laufe (heute immerhin - wenn auch mit Gehpausen - zwei mal um den See, jeweils 1,3 km). Mein Ziel ist es zunächst, eine ganze Runde am Stück zu schaffen, aber das braucht noch ein paar Tage Training - an die Form von damals, als ich noch fünf Minuten vom Wald entfernt wohnte, kann ich mich kaum noch erinnern, mein Körper schon gar nicht. Aber auch wenn ich schnaufe und hechele, macht es doch auch Spaß.

around the corner

Aber zurück zum allmählichen Kennenlernen: Damals in den nordhessischen Wäldern begegnete ich kaum überhaupt mal jemandem, hier am urbanen See mit kleinem Rundweg, der immerhin für Autos und sonstige Fahrzeuge gesperrt ist, ist es reichlich voll, ich muss froh sein, wenn ich mal zehn Meter vor und hinter mir keine Leute habe. Entsprechend der Lage mitten zwischen den Vororten hier und dem Angebot wesentlich netterer Parks und Seen in Bangalore und in der Nähe, sind es nicht die Leute, die mit dem Auto einen Ausflug machen wollen, sondern die Leute aus der direkten Nachbarschaft, die hier abends unterwegs sind - dementsprechend begegne ich immer wieder den selben Leuten. Und mit der Zeit nickt man sich dann eben zu oder wechselt auch ein par Worte. Schon interessant das.

... Und eine kleine Anmerkung zu indischen Gepflogenheiten: Der See ist umzäunt und nur morgens von sieben bis neun und abends von fünf bis sieben Uhr geöffnet ;-)

Freitag, 12. Januar 2018

endlich wieder

seit ewigen Zeiten bin ich nicht mehr richtig gelaufen - wenn ich es recht überlege, vor 19 Jahren das letzte Mal richtig. Damals bin ich nach Istanbul umgezogen und da war dann nichts mehr mit Laufen, nur Beton, nix Grünes. Später dann kamen einige Operationen dazu, Rücken, zuletzt Leisten mit Sportverbot.
Heute habe ich mich endlich aufgerafft - zwei, drei Minuten am Stück habe ich sogar geschafft, insgesamt ungefähr fünf Kilometer in 45 Minuten, immerhin.
Es war tatsächlich schön, mal wieder draußen zu laufen, um einiges schöner, als die früheren Versuche auf Laufbändern, die ich nie dauerhaft durchgehalten habe. Schauen wir mal, was jetzt daraus wird.

Dienstag, 28. November 2017

Lebensgeister

Langsam kehren sie zurück, meine Lebensgeister. Inzwischen habe ich wieder ein paar kleine Touren unternommen und fiebere dem nächsten Wochenende entgegen, wo ich auf jeden Fall noch einmal nach Madhugiri fahren werde (ca. 2,5 Stunden auf der Thunderbird, mit der Diesel würde es mindestens eine Stunde länger dauern).
Dort war ich am Sonntag, etwas spät losgezogen trotz des Aufstehens kurz nach sieben - irgendwie saust die Zeit, vor allem wenn man mit kaputten Telephonen kämpfen muss (meine Navigation läuft nach wie vor über das Telephon und wenn das nicht richtig arbeitet, finde ich kaum einen Weg, gutes Kartenmaterial habe ich hier in Indien noch nie irgendwo gefunden).
100 Km zum größten Teil auf National Highways klingt zwar nicht viel - aber wie gesagt, auch wenn man recht zügig fährt, dauert es einfach - auch auf Grund der Baustellen auf der Strecke - ewig.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, hatte einfach nur nach Sehenswertem gegoogelt und das alte Fort gefunden, eben nah genug für einen Tagesausflug.
Als ich vor dem Hügel stand, ahnte ich, dass mich ein doch etwas anstrengender Spaziergang erwarten würde
Madhugiri 01
Zu Hause angekommen, verriet mir GPS dann, dass ich tatsächlich ungefhr 450 Meter Höhenunterschied zurückgelegt hatte - immerhin in guten Wanderschuhen, so dass ich einfach so hoch - und wieder herunterging im Gegensatz zu den Damen des Jogavereins, die den Rückweg auf dem Boden kriechend zurücklegten, aus Angst, herunterzufallen.
Oben war es leider wegen besagten Jogavereins recht voll (es gab auch eine gemeinsame Jogasession oben, eine Mischung aus Verrenkung und Gebet, die ich dann aus Respekt nicht photographierte), aber ansonsten war es auch schön und manchmal sogar fast einsam - was ich ja auch liebe. ...
Madhugiri 03

Beim nächsten mal werde ich noch früher aufbrechen und mir mehr Zeit für Photos nehmen - und hoffentlich wird es etwas weniger voll sein, wenn die drei Busse mit Jogaleuten nicht da sind. Außerdem kommt mehr Wasser mit (oben haben mich dann gleich drei Leute um etwas Trinkwasser gebeten, beim nächsten mal werde ich vorbereitet sein).

Sonntag, 19. November 2017

Ruhe

Ich habe ja viel von diesen ANC-Kopfhörern gehört und gelesen (zuerst begegnete mir die Idee des Antischalls in einer Science Fiction Geschichte, ich weiß nicht mehr von wem, wo jemand die geniale Antimusik macht, eine Musik, die eben genau das macht, die Originalmusik durch entgegengesetzte Töne neutralisiert, wodurch absolute Stille entsteht, eine Idee, die mich damals schon - in den frühen 80er Jahren - faszinierte, an die ich aber nicht glaubte).
Inzwischen habe ich mir solche Ohrstöpsel gekauft. Sobald ich auf meinem Heimweg den großen Strom der Schüler verlasse schalte ich jetzt ein - und ich liebe es, wenn der Geräuschpegel plötzlich tatsächlich um einiges abnimmt - nicht völlig,man hört vieles noch, vor allem im Verkehr jedes Hupen, aber wirklich viel weniger.
Ich habe nur die Billigversion gekauft, weil ich mir nicht sicher war, ob es sich wirklich lohnt, dafür 300 Euro auszugeben, aber heute habe ich zwei Läden entdeckt, die auch die besseren Geräte verkaufen, dort muss ich demnächst wieder hin und ausprobieren. Wenn die tatsächlich dreimal so gut sind, wie meine, dann werde ich endlich auch in Indien Momente der Stille genießen können ...

Mittwoch, 8. November 2017

Strandschnäppchen

Am Wochenende war ich wieder auf der Farm von Freunden, ganz nah am Strand der Coromandelküste zwischen Mababallipuram und Pondycherry.
Inzwischen habe ich mir angewöhnt, dort immer einen langen Spaziergang am Strand zu machen, damit ich wegen des guten Essens nicht gar zu sehr verfette (ja, ich gebe zu, ich bin eitel geworden auf meine alten, einsamen Tage).
Am Samstag gegen frühen Mittag war ich also unterwegs, über Kilometer kaum einmal ein paar Menschen zu sehen, es war einfach sehr angenehm (und die Temperaturen um 26, 27 Grad auch sehr nett).
Am Strand kam eine Kuhherde vorbei, eine Gruppe von drei Jünglingen, die natürlich sofort auf mich zustürzten um mich per Handschlag zu begrüßen und ein wenig zu nerven, konnte ich schnell abwimmeln, zwei Familien sammelten am Strand Muscheln - der Sand wird vorsichtig umgeschaufelt und kleine Muscheln daraus aufgelesen. Die erste Gruppe schaute einfach nur, ich ging einfach weiter.
Aus der zweiten Gruppe winkte mich der Familienvater heran, zeigte mir einen noch lebenden Krebs, ich wünschte guten Appetit. Man fragte, in welchem Hotel ich wohne und plötzlich wies der Mann auf die mittlere Tochter, 9 bis 11 Jahre alt und erzählte irgendetwas. Noch dachte ich mir nichts dabei. Die Mutter und die ältere Tochter grinsten, die jüngste versteckte sich ein wenig hinter der Mutter, die mittlere Tochter lächelte verschämt.
Der Mann wies wieder auf das Kind, erzählte etwas vom Haus der Großeltern, das gleich um die Ecke läge, wies auf die Tochter, sprach, "Bla, bla, bla, Tochter, Dollar, bla bla" wies wieder auf das Kind, auf das Dorf hinter dem kleinen Wald am Strand ...
Ich bedankte mich und sagte, dass ich keinen Bedarf hätte und ging weiter.
Als ich nach einer halben Stunde auf dem Rückweg wieder an der Stelle vorbeikam, diesmal gewappnet um etwas harmlosen small talk zu machen und die Erlaubnis zum Photographieren zu bekommen, war die Familie nicht mehr da.
Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass der Mann versucht hatte, mir seine Tochter zu verkaufen, vermutlich für ein paar Dollars und ein einmaliges Erlebnis in der nahegelegenen Hütte, die mir sicher auch für ein paar Stunden zur Verfügung gestellt worden wäre ...
Zurück auf der Farm erzählten mir J und D, dass ein anderer Gast von einem ähnlichen Erlebnis berichtet hatte vor einiger Zeit - wir waren uns einig, dass so ein Verkauf tatsächlich möglich sei, auch wenn ich das, was der Mann gesagt hatte, natürlich nicht verstand, vielleicht tue ich ihm ganz schrecklich unrecht - aber vielleicht kann man als westlicher Tourist mit Dollars in der Tasche dann doch Kinder für sexuelle Dienstleistungen von den eigenen Eltern kaufen ...
Ich gebe zu, ich war ein wenig schockiert.

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