Montag, 23. Januar 2012

Winter?

Als ich einstieg in den Bus (der mit laufendem Motor da stand, vermutlich schon längere Zeit), zeigte das Thermometer 12° C - was ungefähr der Außentemperatur entsprach.
Als der Bus eine halbe Stunde später endlich los fuhr, waren es immer noch 12° C. Während der nächsten Stunde kletterte das Thermometer immer wieder mal für Sekunden auf sagenhafte 13° C.
Mehrere Fahrgäste beschwerten sich und nach über 75 Minuten Fahrzeit schaltete der Fahrer dann auch endlich die Heizung an (wir saßen also inzwischen seit mehr als zwei Stunden bei 12 bis 13° C im Bus, konnten uns nicht bewegen und ich war nicht der einzige, der sichtlich fror).
Als das Thermometer dann innerhalb von ein paar Minuten auf traumhafte 18°C kletterte, brachen dem Fahrer wohl Hitzeschweiß und sonst was aus, er riss das Fenster bis zum Anschlag auf.
Vielleicht war es hintem im Bus nicht ganz so grausam, aber ich in der zweiten oder dritten Reihe war froh, meine deutsche Winterjacke angezogen zu haben, die, mit der ich auch bei 10° C in Deutschland unterwegs bin, ohne zu frieren. Leider hatte ich keine lange Unterhose an, keine gefütterten, superisolierenden Skifahrerklamotten oder ähnliches.

Doch, 12° C klingt soooo schön warm, aber in Deutschland habe ich nie so gefroren wie hier im "warmen" Ägypten


(Aber zum Trost war der Bus auf der Rückfahrt - mit einem anderen Fahrer - auf wohlige 24° C geheizt, nach einem Frosttag war das einsteigen und auftauen in dem Bus dann ein wirklich so empfundener Glücksmoment :)

Sonntag, 22. Januar 2012

Kulturenmischmasch

schon komisch ist es hier am Sonntag, wenn man früh genug aufwacht - und das passiert mir öfter, ist es doch ein normaler Arbeitstag für diejenigen, die dem regelmäßigen Gelderwerb nachgehen ...

Morgens früh, noch vor der Sonne, geht ein Lärmen durchdie Stadt, schwillt an, wird richtig laut, schwillt wieder ab, wie die Gaussche Glocke der Zufallsverteilung: Die Muezzine rufen von den Dächern, am Anfang hört man nur ganz entfernte, einzelne, es wird mehr und mehr bis es von allen Dächern ringsumher ruft, wird dann wieder weniger - und wenn man Glück hat (haben wir ein wenig), ist es fast Gesang, wenn man Pech hat wohnt man neben einer Moschee mit Muezzin, der eher Krächzt.

Und dann, zwei Stunden später, läuten die Glocken, auch einige Kirchen sind ringsumher verteilt, es ist nicht ganz so laut, aber doch sehr deutlich, auch bei uns noch (die alte Wohnung war viel näher bei den Kirchen).
Und jedes Mal staune ich auf`s neue, rechne ich doch gar nicht mit sonntäglichen Glockenlärm.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Indien?

vor langer Zeit war es schon mal so weit, alles war vorbereitet für das Abenteuer Indien, nur haperte es an einer Kleinigkeit, für die ich gar nichts konnte.

Sonntag habe ich also noch mal eine Mail geschickt mit der kleinen Anfrage, ob es denn wieder indische Möglichkeiten gäbe.
Gestern Abend fand ich dann die Mail, dass man mich gerne nehmen würde, würde ich mich denn bewerben - heute nachgefragt, ja, es wird die selbe Stelle, ja, man ist zuversichtlich, dass es diemal auch mit den Visa klappen wird (das ja für mich, wollte ich als Tourist reisen, sowieso kein Problem wäre, aber das will ich ja nicht :-)
Seitdem chaos rund um mich mit Bewerbungskram, Kopien, Sachen, die gescannt werden müssen ...

Das Leben bleibt spannend

Samstag, 14. Januar 2012

nach zwei Jahren endlich

statt Tatort morgen abend dann Arabisch - es ist peinlich, aber seit der Kurs vor anderthalb Wochen angefangen hat, habe ich mehr Arabisch gelernt als in den zwei Jahren davor. Und es macht sogar Spaß, wenn auch die anderen Kursteilnehmer nicht ganz so motiviert sind wie ich, oder anders gesagt, weniger Zeit haben und mehr arbeiten müssen, also nicht so gut Vokabeln lernen können ...

Donnerstag, 12. Januar 2012

Migräne

Tausende von Kopfschmerzformen gibt es.
Und es gibt Migräne.
Und davon kenne ich inzwischen beides zu genüge, leide ich doch immer wieder mal an diversen.
Gestern fühlte es sich wie eine ganz böse Migräne an, die da am Heranrollen war - nach einem toten Tag im dunklen Zimmer auf dem Sofa, glücklicherweise zum großen Teil verschlafen, schaute ich aber doch im Altpapier nach und ja, ich Depp hatte tatsächlich einen koffeinfreien Kaffee eingekauft daheim in Deutschland - die etwas blassere Farbe dieses einer meiner Stammkaffees hatte ich für eine neue Farbe gehalten, man kriegt ja nicht alles mit, wenn man in der Ferne lebt. Aber nein, es gibt auch von dieser Marke jetzt entcoffeinierten Kaffee ...

Ja, ich gestehe, ich bin süchtig, und offensichtlich sehr.

Montag, 9. Januar 2012

träge fließt sie dahin

die Stückzeit und plötzlich sind es ganz große Stücke und ich habe kaum bemerkt, wohin sie verschwunden ist ...

viel gemacht habe ich nicht, hauptsächlih gefroren und das ist auch Thema dieses EIntrags:

Kalt ist es, höchstens 17 Grad heute Mittag, klingt ja traumhaft und fast sommerlich, aber wenn man in einer Wohnung wohnt, die Isolation nicht kennt, statt desssen aber Wände, in denen es handbreite offene Spalten zwischen Fenster und Decke gibt (auf ca. 10 Metern ist das der Fall), die dann wenigstens teilweise mit Sperrholz getarnt sind, eine Wohnung, deren Außenwände zum größten Teil aus Metallfenstern besteht, natürlich nur einfach verglasten der Schiebetechnik, die so etwas wie Dichtungen schon technisch verhindern selbst wenn man daran dächte, einer Wohnung, in der einzig und allein Wasser erwärmt werden kann, eine Heizung nicht vorgesehen ist, durch die statt dessen der kalte Wind pfeift, dann ist es drinnen zur Mittagszeit dann immer noch kälter als draußen und sobald die Sonne weg ist, wird es gleich noch um so kälter ....
Kurz, in Deutschland habe ich noch nie so gefroren wie hier zur Zeit.
Immerhin haben wir jetzt einfach mal Kuscheldecken aus tausend Prozent Plastik eingekauft, nicht wirklich toll, nicht wirlich schön, auch nicht das beste Gefühl, aber sie halten warm ;.)

Montag, 2. Januar 2012

Abenteuer Sylvester in Port Said

Wir haben einfach mal beschlossen, dass wir auch Sylvesterknallerei haben wollten - interessanterweise wollte es besonders S., auch wenn es in der Türkei eher weniger üblich ist als für mich, der ich ja aus dem guten alten, geistergläubigen Deutschland kommme, wo in das neue Jahr hinein gekracht und gezündelt wird, als gäbe es nicht nur böse Geister zu vertreiben sondern noch viel mehr zu böllern und zu blenden ...
Wir zogen los, glaubten, in einem Supermarkt im Bazar fündig zu werden - aber nein, nur Wunderkerzen gab es da und Tischfeuerwerk der langweiligeren Sorte. Also ging es weiter. Wir fragten in einem öden, kleinen Geschenkeladen, in dem ein eher älterer, unscheinbarer Mann arbeitete und als er an unseren gestenreiche Erklärung verstanden hattem was unser Begehr sei, tat ganz geheimnissvoll und führte er uns zu seinem Auto und kramte aus dem Kofferraum eine Kiste mit - Feuerwerkskram heraus, allerdings der richtig fiese chinesische Kram Marke "spreng-dich-selbst-in-die-Luft". Wir kauften zwei Mini-Raketenstarter für viel zu viel Geld nach langem Handeln, wobei uns der gute Mann tausend mal versicherte, es sei verboten, Feuerwerk zu verkaufen, aber kein Problem, es zu zünden.

hiding 01


Kaum hatten wir den Laden verlassen, dämmerte uns, dass wir 1.: den Blondypreis bezahlt hatten, Ägypter würden sicher nur ein Drittel des Preises bezahlen und dass wir 2.: vermutlich nur ein paar zischende Langweilerböllerchen erworben hatten, ganz und gar nicht die funkelnden Raketen, nach denen uns der Sinn stand.
Also zogen wir weiter, in der Hoffnung, im Schreibwarenladen fündig zu werden oder wenigstens den Besitzer fragen zu können, der ganz gut Englisch spricht (und nett sind die Leute dort auch).
Kaum hatten wir gefragt und der gute Mann verneint, als ihm einfiel, dass sein Cousen vor der Tür sei und dass der jemanden kenne, der jemanden kenne ...
Kurzentschlossen rief der Cousen also jemanden an, sprach am Telephon, erklärte, dass es ganz unterschiedliches Feuerwerk gäbe und wir mitkommen sollten. Wir zogen los, wurden in ein Taxi gesetzt und fuhren und fuhren und fuhren und kamen später, lange später irgendwo im Basar an. Dort wartete der Freund und es ging in einen Verliesähnlichen schmutzigen Verkaufsgang, der aussah wie der Nebenbeigang zu irgendwelchen aufgegebenen Futtermittellagern oder Ähnliches. Dort zog er aus einer heimlichen Ecke tatsächlich verschiedene Modelle von Feuerwerk hervor, zwar allsamt chinesischer Herkunft aber doch besser aussehend und auch teurer als jene Minibatterie, die wir schon hatten.
Dazu mehr später.

Zunächst kamen wir nach Hause und unsere Gäste warteten schon vor der Tür - drei Couchsurfer aus Deutschland, 18 Jahre alt aber mit mehr Auslandserfahrung als die meisten alten Säcke wie ich inzwischen einer bin ...

Die drei zogen bald wieder los, Freunde zu treffen während wir uns auf ein ruhiges Sylvester einrichteten, es uns gemütlich machen, uns an unserer Flasche Sekt betrinken wollten, die wir uns extra im Duty-free in Kairo besorgt hatten, ...
Nichts wurde daraus, draußen lärmte es plötzlich wie als wäre eine neue Revolution ausgebrochen, von oben aus dem 12. Stock sah es aus, als amüsierten sich die Menschen sehr, wir sausten also runter um zu sehen, was geschähe. Unten angekommen sahen wir es dann auch - und es wurde uns erklärt: Wer oder was immer sich in die Mitte der Straße traute, wurde von oben und den Seiten mit Wasserbomben attakiert, ein alter Brauch, der vor allem in unserer Gegend ausgeübt wird, so dass sich hier auch die Feierjugend versammelt hatte - viele viele Leute waren da, ausgestattet mit wassergefüllten Plastikbeuteln aus so feiner Folie, dass sie auch wirklich platzten beim Aufprall auf ein beliebiges Ziel, aber auch mit Beuteln voller Sand, manche gar mit Wurgeschossen aus Holz oder eben auch Kartons über dem Kopf als Schutz vor dem Bewurf von oben.
Besonderes Ziel waren die Autos auf der Gomhorreya Street, der Hauptstraße gleich um die Ecke - und dementsprechend gab es kaum Autos, die Leute hatten wo anders geparkt, fast niemand traute sich im Auto auf die Straße, diejenigen, die es taten, wurden auf`s heftigste attakiert mit ebendiesen Wurfgeschossen, anfangs Wasser, später aber leider auch gefährlicheres bis hin zu halben Backsteinen, die aus dem zweiten oder dritten Stock geschleudert wurden.

hiding 01

Solange wir dort waren, war der Stein, der das Dach eines Autos demolierte, das heftigste Ereignis, später wurden wohl bei einigen Autos die Scheiben eingeschlagen (ein Kollege z.B., der sein Auto in der Nähe geparkt hatte, verlor Heck- und Frontscheibe, während das Dach des Autos von Wurfgeschossen arg zerbeult wurde) und es gab wohl richtige Straßenschlachten mit dem Austausch aller möglichen Wurfgeschosse, mit verletzten und sogar mit dem Einsatz von Schusswaffen.
Schade, wäre es bei Wasser geblieben, hätte es wirklich richtig Spaß gemacht.

Wir zumindest kletterten nachdem der Flugstein das Auto direkt neben mir getroffen hatte, wieder auf unser Dach, wo wir dann endlich unseren Sekt trinken konnten, anstoßen, und auch unsere Raketen starten ...

hiding 01

(und hier ein erstes mal ein Photo nicht von mir selbst sondern von einem unserer Gäste, von Paul )

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Illegaler Ausländer

Habe die Passkontrolle hinter mir und keiner hat geschimpft, obwohl ich doch nur ein Visum bis zum 7.12. hatte :-)

Aktuelle Beiträge

3 grad, regen - auf dem...
3 grad, regen - auf dem rad wirds einem dann doch warm...
Samuel B. - 23. Jan, 20:54
Winter?
Als ich einstieg in den Bus (der mit laufendem Motor...
erik-n - 23. Jan, 07:43
Kulturenmischmasch
schon komisch ist es hier am Sonntag, wenn man früh...
erik-n - 22. Jan, 07:10
ja, spannend! und ich...
ja, spannend! und ich bin gespannt!
Samuel B. - 19. Jan, 15:27
zumindest eine sucht,...
zumindest eine sucht, zu der man öffentlich stehen...
erik-n - 18. Jan, 16:13

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Status

Online seit 1572 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 23. Jan, 20:54

Web Counter-Modul


ägyptische Zeiten
Auf den Ohren
Auf nach Indien
Bilderchen
Fundstücke
für die menschheit nix großes
house art
photozeiten
Splitterzeiten
Tatort
Traumzeit
türkische Realität
Türkishe Realität
unterzeitwegs
Wegzeiten
Zeitstücke
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren